HERZPARASIT - PARAKROPOLIS


Label:ECHOZONE
Jahr:2017
Running Time:49:12
Kategorie: Neuerscheinung
 
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In einer Zeit in der die Welt dem Untergang geweiht ist, zugrunde gerichtet durch Hass, Gier, Neid, Angst, Gewalt und letztendlich Krieg. Und genau da kommen Herzparasit ins Spiel und versuchen wiederaufzubauen. Sie versuchen aus den Trümmern neues zu erschaffen und die Augen zu öffnen. So heißt es zumindest im Intro des dritten Albums der fünf Musiker aus München. Das mag nun etwas hoch gegriffen klingen. Fakt ist, Herzparasit verstehen sich selbst nicht als Weltenretter sondern wollen lediglich einen Denkanstoß geben, die Menschen dazu zu bewegen nicht alles hin zu nehmen. Zu diesem Zweck nutzen die Musiker Elemente wie harte Metal-Riffs, Dubstep-Beats und pure Emotion. Zusammen mit den meist gesellschaftskritischen Texten ergibt sich so eine musikalische Mischung die zwar eindeutig der Neuen Deutschen Härte zuzuordnen ist, sich aber deutlich von den großen Vorreitern dieser Szene wie Rammstein oder Megaherz abhebt. Für ihr drittes Album hat sich Herzparasit viel Zeit gelassen. Ihre Musik hat sich weiterentwickelt. Das Gesamtkonzept ist gut durchdacht. Schon der Titel ist ein Neologismus aus den Worten „Parapolis“ (Interkultur) und „Akropolis“. Somit bezeichnet „Parakropolis“ eine Stadt, bzw. die Festung der Parasiten. Jene Gattung die im Zuge des Albums versuchen die Welt neu aufzubauen und zu ordnen. Die Musik des Albums gestaltet sich dabei sehr vielseitig. Der Song „Blut Lügt Nicht“ beginnt mit einem Zitat aus dem berühmten Märchen Aschenputtel. Er präsentiert sich sehr hart. Ein krasser Kontrast zu den harten Riffs und dem recht brutalen Textes bildet ein Chor aus Kinderstimmen im Refrain. Klingt nach einer komischen Mischung, webt aber eine dichte Atmosphäre die den Song zu einem Ohrwurm macht. Deutlich elektrischer geht es im Titelsong „Parakropolis“ zu. Ein schneller Rocksong mit gut gesetzten Akzenten. „Präparat“ ist ein ganz klassischer Neue-Deutsche-Härte-Stampfer der von einer kranken Liebesgeschichte erzählt. Die Titeln „Ich“ und „Vatermal“ dagegen werden eher von Dubstep-Beats getragen, fügen sich aber dennoch wunderbar ins Gesamtbild ein. Für zwei Tracks haben sich Herzparasit außerdem Unterstützung von Sven Mehrend, bekannt von Defated, geholt. In beiden Songs werden erstmals auch englische Textzeilen verwendet. Der erste dieser beiden Songs trägt den Titel „Meine Träume Jagen Mir Hinterher“ und ist sehr Hart, auch Shouts kommen hier vor. Ein astreiner Metalsong mit Hooks die hängen bleiben. Der zweite hat sogar einen Englischen Titel, nämlich „It Must Be In English“. In Sachen Härte wird hier noch mal einen Schippe draufgelegt. Hier wird die Ausweitung des „Denglisch“ angeprangert und verurteilt. Bleibt zu sagen, Herzparasit nimmt auch bei ihrem dritten Album kein Blatt vor den Mund. „Parakropolis“ spiegelt die ungeschönte Realität und das knallhart, tanzbar und vor allem ehrlich. Für jeden Fan der Neuen Deutschen Härte ist dieses Album Pflicht! Und auch der ein oder andere der dieser Musikrichtung bisher eher kritisch gegenüber stand ist „Parakropolis“ auf jeden Fall mal einen Blick wert.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Chris Föhrenbach


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