STACIE COLLINS

Köln, Yard Club, 14.06.2017

Die Sonne brennt und es ist tierisch heiß. Die besten Voraussetzungen also, um an den See oder ins Schwimmbad zu fahren. Nichtsdestotrotz fahre ich allerdings nach Köln, um mir den Wirbelwind aus Nashville anzusehen. Mittlerweile verbindet uns so etwas wie eine Freundschaft, nach etlichen Shows in Deutschland und in Finnland kennt man sich halt ein wenig. Stacie und ihr Al stöhnen ob der Hitze, sie sind halt von zu Hause klimatisierte Räume und Locations gewohnt.  Vor allem im kleinen Yard Club sind schon gefühlte Saunatemperaturen. Aber das ist nun mal Rock ‘N‘ Roll. Da ist es im dazugehörigen und bereits sehr gut gefülltem Biergarten deutlich angenehmer, wenn man die nötigen Kaltgetränke bestellt. Auch wenn dort „So Many People, But No Rock ’N‘ Roll” sind, wie Drummer Ryan mit kurzem Blick feststellt, ist die Außentemperatur besser zu ertragen.

Stacy Collins-Live- 2017 - StartDa der Saal sich recht zögerlich füllt, es ist eben ein Mittwoch und schweinewarm dazu, verlegt man den Beginn um ca. 30 Minuten nach hinten. Dies ist aber nicht weiter schlimm, denn eine Support Band gibt es zum Glück nicht. Stacie Collins ist eine echte Hausnummer in den Staaten, und das zeigt sie heute Abend einmal mehr mit satten Roots Rock, mit Southern Boogie, Blues und etwas Country. Wie jedes Mal, wenn man  sie live sieht, erobert sie die Herzen im Sturm! Dazu ihr unvergleichliches Harpspiel, wie eine vom Jenseits geschickte spielt sie die Mundharmonikas, das es eine wahre Freude ist. Ständig in Bewegung fegt sie über die Bühne, runter auf die Knie, rauf aufs Schlagzeugpodest und quer durch das Publikum. Sie stampft, sie rockt, sie hüpft und feuert die Mundharmonika in die Ecke, wenn die nicht so will wie ihre Herrin. Einfach göttlich! Himmel diese Energie ist unfassbar, was nur macht Stacie wenn sie nicht auf der Bühne steht?

Stacy Collins - live-2017-mitteAuf jeden Fall treibt Stacie die ohnehin schon recht hohe Temperatur im Saal noch einmal locker zehn Grad höher, wer hier trocken rausgeht ist wohl schon tot. Und es wäre keine Stacie Collins Show, wenn sie nicht zwischendurch auf den Tresen klettern würde, und dort weiterrockt. Quasi schon ein so eine Art Trademark. Die kleine Pause zwischendurch  finde ich sehr angenehm, und gehe draußen schnell  eine Gerstenkaltschale trinken und etwas Luft schnappen. Die Band hat sich auch etwas erfrischt und nun geht es mit Vollgas in die zweite Hälfte. Alles in allem rockt man fast zwei Stunden, um dann noch einen fetten Zugabenteil dranzuhängen. Krönender Abschluss ist natürlich "It's a Long Way to the Top (If You Wanna Rock 'n' Roll)” von AC/DC, unglaublich wie das mit Mundharmonika rüberkommt. Wer jetzt denkt, die Band ist restlos ausgepowert und verschwindet im Backstage, sieht sich schwer getäuscht. Man ist sofort bei den Fans, und es hat schon fast etwas Familiäres. Einfach sympathisch die ganze Truppe! Leider ist mir vor lauter Euphorie dadurch gegangen, die Setliste zu notieren. I do apologize! Beim nächsten Mal denke ich dran! Garantiert, den Stacie Collins muss man erlebt haben – jedes Mal!



Autor: Pistol Schmidt - Pics: Pistol Schmidt