CELTIC FROST - VANITY/NEMESIS


Label:BMG/NOISE
Jahr:2017/1990
Running Time:54:01
Kategorie: Re-Release
 
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Celtic Frost sind, neben Venom, Bathory, und ihrer direkten Vorgänger-Band, Hellhammer, die unangefochtenen Urväter der heutigen Black Metal-Szene. Sie begannen als bessere und sauberere Venom-Kopie und haben ihren Stil immer weiter verfeinert. Die logische Entwicklung verlief bis zum „Into The Pandemonium“-Album im Jahr 1987. Danach geriet alles aus dem Ruder. Tom G. Warrior hatte die Schnauze voll vom Musikbusiness, wollte nur noch Spaß haben, suchte sich eine komplett neue Besetzung zusammen und veröffentlichte das von vielen immer noch verhasste und bis heute das einzige, nicht wiederveröffentlichte Celtic Frost-Album „Cold Lake”. Nach negativen Kritiken berappelten sie sich wieder und veröffentlichten ihr vorzeitiges Abschlusswerk „Vanity/Nemesis“ im Jahr 1990. Viele Fans fanden díeses wieder sehr gut, obwohl man im Nachhinein sagen muss, dass es seinem Vorgänger, zumindest musikalisch, nicht unähnlich war. Aber optisch gesehen, wurde hier den Haarsprayfrisuren und Rüschenhemden des „Cold Lake“-Albums wieder der Rücken gekehrt. Rhythmisch, im Headbanger-tauglichen Midtempo gab es hier tolle Songs wie den Opener „The Heart Beneath, „Wine In My Hand (Third From The Sun)“, das grandiose „The Name Of My Bride“ oder den Doublebass-Kracher „Phallic Tantrum“. Bei „Wings Of Solitude“ und den beiden Quasi-Titeltracks „Vanity“ und „Nemesis“g ab es ein Duett mit einer Sängerin. Der überraschende und locker als eigener Song durchgehende David Bowie-Coversong „Heroes“ wird hier, im Gegensatz zu früheren Versionen des Albums, als Bonustrack angeführt. Als zweiten Extratrack gibt es das treibende „A Descent To Babylon (Babylon Asleep)“, welches man auch als unveröffentlichten Song auf der 1993 erschienenen Compilation „Parched WithThirst Am I, And Dying“ her kannte. Dieses Album ist leider etwas in Vergessenheit geraten, aber dadurch nicht wirklich schlechter als die Frühwerke, wenn auch deutlich musikalischer. Ihr solltet diesem kleinen Kracher mal wieder eine Chance geben, wenn ihr dies nicht bereits getan haben solltet.

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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