STYX - THE MISSION


Label:UNIVERSAL
Jahr:2017
Running Time:42:00
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Nach geschlagenen zwölf Jahren serviert die amerikanische Rocklegende Styx ihrer ausgehungerten Fangemeinde mal wieder ein neues Produkt. Hierbei handelt es sich um ein Konzeptalbum, welches die Geschichte einer bemannten Mars-Mission im Jahr 2033 erzählt. Somit bedarf zwangsläufig auch der Albumtitel keiner weiteren Erörterung. Während die Story in der Zukunft spielt, hat sich die Band musikalisch zum großen Teil auf ihre Anfangstage beschränkt und beglückt damit insbesondere ihre Rock Kundschaft. Nach dem Einstieg „Overture“ folgt mit „Gone Gone Gone“ auch sogleich das erste fette Ausrufezeichen! Einmal mehr fühlt man sich hier an großartige Gitarre versus Hammond Duelle der Marke Uriah Heep erinnert. Das die Jungs aus Chicago immer wieder dezent verschiedenartige Stilelemente vereinen und diese Puzzleteile dann in eigene, nach Styx klingende, Kompositionen ausarbeiten zeigen bereits die nachfolgenden Sahnestücke. Da wird gerne mal mit funkigen Komponenten im Song „Hundred Million Miles From Home“ hantiert oder mit Southern- und Blues Rock Bausteinen beim darauffolgenden „Trouble At The Big Show“ gewerkelt. Leicht spacig geht es beim heimlichen Hit „Radio Silence“ zu. Dieser weckt in mir Erinnerungen an die phenomenalen Electric Light Orchestra und ist ein Gassenhauer allererster Güte. Ihr würdet gerne wissen wie es klingen würde wenn eine Allianz aus The Beatles und Queen eine gemeinsame Ballade realisiert hätte? Dann rate ich euch mal beim Track „The Greater Good“ auf Entdeckungsreise zu gehen und in diese wunderschönen Harmonien einzutauchen. „Time May Bend“ überrascht mit einem Gesang welcher mich recht flott an Bob Catley von Magnum denken ließ. Auch Liebhaber von progressiver Musik kommen auf diesem Longplayer gebührend in den Genuss ihre bevorzugte Tonkunst zu konsumieren. Mit „Red Storm“ hat man ein Lied aufgenommen, welches musikalisch anspruchsvoll wirkt, dabei dennoch nie den Faden verliert und leicht nachvollziehbar bleibt. Auch für klassische Klavierklänge hat man mit „Khedive“ auf dem Album Platz gefunden. Dieser Track geht nach zwei Minuten in das nachrückende „The Outpost“ über. Hier tischt man uns nochmal fette Gitarrenparts auf, die punktgenau in die aufwendigen Arrangements eingearbeitet wurden. Anhänger von Saga und Rush dürften entzückt sein. Das abschließende „Mission To Mars“ bietet den harmonischen Schlusspunkt unter ein unglaublich vielschichtiges und hochinteressantes Meisterstück, welches in der Bandhistorie selbstredend einen Platz auf dem Siegertreppchen einnehmen wird. Eine ausgesprochen lebendige Produktion rundet diese vorzügliche Rockscheibe ab. Die knapp bemessene Gesamtspielzeit ist mit zweiundvierzig Minuten eher an alte Vinylzeiten angelehnt, doch dafür sucht man auf dieser tollen Ansammlung vergeblich nach Füllmaterial. Zudem wächst dieser Leckerbissen nach jedem neuerlichem Hörgenuss immer noch ein Stück mehr und der Hörer ist obligatorisch auf Dauerrotation programmiert. Alle Metalheads, die auch mal gerne über den Tellerrand hinausschauen, sollten sich unbedingt mit auf diese fesselnde Reise begeben.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Dirk Determann


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