INFINITAS - CIVITAS INTERITUS


Label:SELBSTVERTRIEB
Jahr:2017
Running Time:65:21
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Es gibt unzählige Bands, die durch den heutigen Einheitsbrei in der Masse verschwinden, ohne wahrgenommen zu  werden. Und es gibt Bands, die mit Eigenständigkeit glänzen und aus der Masse hervorstechen. Zu letzterer Spezies zählen auch Infinitas aus der Schweiz, die sich 2009 gründeten und bis heute eine EP und ein Album in Eigenregie veröffentlicht haben. Und dass diese Band kein Label im Rücken hat, ist eigentlich unfassbar! Das düstere Intro mit den Kirchenglocken und dem mystisch gesprochenen Intro ist mit drei Minuten recht lang, aber die restlichen Songs, die eine jeweilige Spielzeit von meist fünf bis dreizehn Minuten haben, sind es auch! Bei Metal Archives steht Heavy-/Folk Metal als Beschreibung, auf ihrer Facebook-Seite Melodic Thrash Metal. Was stimmt denn nun? Beides, muss man sagen, auch wenn die thrashigen Merkmale nicht unbedingt im Vordergrund stehen. Die Songs dauern nicht nur lange, sondern hier passiert auch unheimlich viel. Von schönen, verträumten Akustikpassagen über groovige Riffs bis hin zu richtig schnellen Blastbeats ist hier tatsächlich alles vertreten, was ein gutes Metal-Album ausmacht. Über allem thront der eigenwillige, aber markante und kraftvolle Gesang von Frontfrau Andrea Böll. Dadurch erinnert mich vieles an die polnischen Newcomer Open Access, die Infinitas wohl am ähnlichsten sind. Durch die Violine fühlt man sich aber auch an ihre Landsleute von Eluveitie erinnert. Infinitas punkten mit saugeilem Songwriting und Eigenständigkeit. Die in Schwitzerdütsch gesprochenen Intros klingen zunächst etwas befremdlich, ebenso das Gejodel zu Beginn des dreizehnminütigen, epischen Raushauers „A New Hope“, aber ansonsten haben Infinitas hier alles richtig gemacht! Zudem ist das Coverartwork absolut vinylwürdig! Klingt anders als fast alles, was ihr mal gehört haben dürftet! Unbedingt antesten!    

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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