VARG - GÖTTERDÄMMERUNG


Label:NAPALM
Jahr:2017
Running Time:16:03
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Die selbst ernannten Metalwölfe aus Coburg um Shouter Philipp "Freki" Seiler, schockten 2015 die Kritiker wieder mit ihrer verdrehten Story um "Rotkäppchen", der Figur aus dem gleichnamigen Märchen der Gebrüder Grimm. 2016 ließen sie dann mit "Das Ende aller Lügen", ihren fünften Longplayer folgen und bereits zu Beginn dieses Jahres brachten sie mit "Götterdämmerung" erneut eine EP heraus. Selbige hat eine Spieldauer von ziemlich exakt sechzehn Minuten, verteilt auf vier Songs. Ich lasse an dieser Stelle das ewige Geplänkel und Gemärre um Freki´s Vergangenheit und reduziere den Output auch nicht auf die Varg-typische Phrasendrescherei um germanische Mythen und teils ziemlich stumpfe Aussagen, sondern konzentriere mich ausschließlich auf die eigentliche Musik und die stilistische Einordnung. Eines vorweg gesagt: vormals englische Textpassagen und längere, clean gesungene Refrainteile, lassen die Wölfe diesmal völlig außen vor und es scheint, als hätten Varg nun zu einem deutlich härteren Stil gefunden.

"Götterdämmerung" knallt mit ordentlich fetten, metallischen Riffs voll aus den Rohren und Freki kreischt sich mit "Ich bin Feuer, Herr der Flammen,...", die Seele aus dem Leib. Im hinteren Drittel folgt, einleitend durch dunkle, verzerrte Gitarren, dann ein etwas langsamerer Abschnitt, mit einem erzählenden Sänger, ehe mit ordentlich "hohoho" der einfache Mitgrölrefrain wieder über den Hörer hereinbricht. Genau die richtige Nummer für jeden selbsternannten Helden. Auch "Hel" geht sofort auf volle Pulle und erfreut mit Paganmelodien und klasse solierenden Gitarren. Hier kommt der Mix aus bösartigen Growls und harschen Shouts toll zur Entfaltung. "Beißreflex" geht mit hellen Leads rein, bevor das gesetzte Grauen mit stakkatoartig hinterher geknallten, dunklen Riffern einsetzt. "Knochenpfad" eröffnet mit einer längeren Erzählung und lässt dann brachiale Sechssaiter und böse bellende Shouts folgen, die die vormalige Ruhe empfindsam stören. Insgesamt verzichtet der Rausschmeißer eher auf Speed und kommt mit roher, schleppender Aggressivität daher. Ich mag Varg, seitdem ich sie 2015 auf dem Rockharz Open Air gesehen habe. Und dieser Output hält mich auf jeden Fall weiter bei der Stange, zumal sie mit den nun noch heftiger erklingenden Gitarren und der vermehrten Einwanderung in deathmetallische Gefilde sich immer weiter meinen geliebten Manegarm nähern.

Note: Keine Wertung
Autor: Andreas Gey


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