THE SOUNDBYTE - SOLITARY IV


Label:TEMPLE OF TORTUROUS
Jahr:2017
Running Time:37:38
Kategorie: Neuerscheinung
 
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The Soundbyte ist ein Soloprojekt des norwegischen Komponisten und Gitarristen Trond Engum, der sonst in der experimentellen Metalcombo The 3rd And The Mortal agiert. Das Opus wird vom atmosphärischen, multinstrumentalen aber vermehrt im Ambient verweilenden "Fanfare" eröffnet. Beinahe unheimliche Klangbilder, hier und da ein Flüstern und in der Ewigkeit verhallende, weibliche Stimmen bilden beim cineastischer angelegten "Descending" den Einstieg, wo einzelne Riffs aus dem Post Rock/Post Metal die Ausnahme in der langatmigen Komposition bleiben. Vermehrt metallische Sechssaiter kommen erstmals beim dunkel angelegten "North" zum Tragen, ehe sich auch hier nebulöse Soundteppiche mit wehklagenden, seufzenden Stimmen, wie ein Teppich darüber legen. Ganz beschränkt mit nur ganz wenigen Soundcapes und einer prägenden Gitarre kommt "Lamentations" aus und wird nur kurzzeitig, nach jeweilig mehrminütigen Pink Floyd Adaptionen, von faktisch herein brechenden Riffmustern unterbrochen. Nur schemenhaft, kaum in den wabernden Nebelwände auszumachen, gibt sich bei "Floating" der vereinsamte Sopran zu erkennen und wird umgarnt von warmer Percussion und sanften Saiten. Diese verschwommenen, undurchdringlichen Arrangements mit beinahe elfengleichen Stimmen, setzen sich in "Estranged" fort, das nahtlos in das ungleich größer angelegte und mit brachialen Brettern aufwartende "Solitary" übergeht. Und unser sanfter Engel wandelt sich nach und nach zu einer schreienden Furie. Wer "Solitary IV" genügend Aufmerksamkeit schenkt und die Muße aufbringt, den komplexen Soundgebilden von Anfang an zu folgen, sprich sich auf die Wanderung durch Moore, Einöden und dunkle, nebelverhangende Wälder begibt, wird mit einem grandiosen Finale belohnt.

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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