GWAR - THE BLOOD OF GODS


Label:METAL BLADE
Jahr:2017
Running Time:56:18
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Nach dem Tod von Sänger und Gründer Oderus Urungus im Jahr 2014, der von 1984 bis zu seinem Ableben Anführer der Chaotenhorde war, war lange nicht klar, wie es mit Gwar weitergehen sollte, fehlte doch das Aushängeschild der Band für alle Ewigkeit. Vielen war es egal, wurden sie musikalisch ja eh kaum ernst genommen und nur durch ihre legendäre Horror-Bühnenshow zum Kultact. Wer sich jedoch mit ihrer Musik näher beschäftigt hat, der wird gemerkt haben, dass Gwar zumindest seit der Jahrtausendwende tatsächlich ernst zu nehmende Musiker mit tollen Alben waren. Gitarrist BalSac, The Jaws Of Death ist seit dem 1988 erschienenen Debüt-Album „Hell-o” dabei, Schlagzeuger Jizmak Da Gusha seit 1989, ist also seit dem zweiten Album „Scumdogs Of The Universe“ auf jeder Platte von Gwar zu hören. Der neue Sänger, der sich jetzt Blothar nennt, ist auch ein alter Bekannter tatsächlich, war er doch unter dem Bassisten-Pseudonym Beefcake The Mighty bereits auf den ersten vier Gwar-Alben zu hören; auch als zusätzlicher Sänger. Somit hat die neue Besetzung weit mehr mit der Band zu tun als auf den ersten Blick erkennbar und auch der Gesang klingt hier vertraut. Musikalisch macht man da weiter, wo man seit 2001 angefangen hat. Auch heute sind Gwar eine gute Band, die einen  eigenwilligen Mix aus Rock, Punk und Metal zum Besten gibt, sich dabei handwerklich versiert zeigt und durchaus Akzente setzen kann. Die Monster schütteln sich geile Riffs aus den Ärmeln, experimentieren auch ein bisschen, zum Beispiel mit Bläsern bei „El Presidente“, was mich etwas an „Saddam-A-Gogo“ vom vierten Album „This Toilet Earth“(1994) erinnert. „I´ll be Your Monster“ rockt dagegen im Alice Cooper-Stil. Bei “Auroch” wird schön punkig drauflos geknüppelt. Hier passiert so einiges. Wer Gwar immer nur für ihre Bühnenshow beachtet hat, sollte sich auch mal mit dem neuen Album beschäftigen und sich eines Besseren belehren lassen!

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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