KALIBOS - HEXA


Label:DARKEST AGE
Jahr:2017
Running Time:45:55
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Kalibos stammen aus der deutschen Hauptstadt und gründeten sich im Jahr 2007. Ganz nach dem Motto in der Ruhe oder auch in der Langsamkeit liegt die Kraft, kamen sie erst 2015 mit einem selbstbetiteltem Mini-Album mit vier Tracks um die Ecke. Das vorliegende "Hexa" ist demnach, eine ganze Dekade nach der Gründung, der erste Longplayer der Berliner.

Mit Rauschen in einem Blätterwald, Windgeräuschen und durchdringendem Wolfsgeheul eröffnet "Ulfehedinn". Es folgen, im typischen Doom verankerte schwere, langsame Bretter und ein wabernder Bass, gefolgt vom bösartigen, harscher Sludge-Gesang, der der Langsamkeit eine gehörige Portion Härte beifügt. Ganz im Einklang mit Doomgrößen wie Black Sabbath, Pentagram, Saint Vitus, Witchfinder General, Cathedral, etcetera walkt das monströse "Colossus" mit lavaartigen Riffern daher. Der Grund bleibt düster, boshaft, auch wenn Sänger Marcus Morgenstern hier etwas weniger böse in das Mikro grölt. Mit im Ambient gehaltenen Saiten geht es in "Eternal Past" hinein. Doch schon bald umgeben uns die schleppenden Groover mit hier und da hellerer Percussion und eingestreuten Leads, die allerdings keinesfalls an Drive missen lassen sondern nur eine Richtung, nämlich nach vorne, kennen.

Nach einer Spielzeit von knapp vier Minuten wird es sogar, eher untypisch für diesen ursprünglichen Doom, richtig schnell. Mit einer Länge von etwa viereinhalb Minuten ist "K53" der mit Abstand kürzeste Song auf dem sechs Tracks umfassenden Silberling. Er reiht sich dabei gut hinter den zum Ende sehr raschen Vorgänger ein, so er zur Gänze auf die schleppende Langsamkeit und die eintönigen Muster verzichtet, sondern von Beginn an, richtig heftig drückt und mit vermehrter Sludge-Komponente aufwartet. Nochmalig werden wir bei "Severance" von warmen und melodiösen Licks umgarnt. Nach knapp zwei Minuten ist dann Schluss mit den netten Anwandlungen und ab sofort regiert wieder die böse, keifige Dunkelheit, untermalt von den stetigen Walzen. Das Debüt endet mit dem großartigen Instrumental "The Great Collision", in dem wir filigranen, sanften Melodien und einem Hauch von Traurigkeit, vermittelt von sehr melancholischen Streichern, ausgesetzt sind. Ein bärenstarker Abschluss unter einen sehr düsteren und streckenweise mir wesentlich zu rauen Auftritt. Etwas weniger Sludge und dafür etwas mehr stille Trauer oder einfacher gesagt, ein nicht ganz so grummeliger Shouter und meine Faszination wäre grenzüberschreitend. 

Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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