TRANS AM - FASTEN SEATBELTS


Label:BERNIE
Jahr:1989
Running Time:41:28
Kategorie: Classics
 
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Die in Bonn ansässig gewesene Hardrock-Truppe Trans Am trat erstmals 1986 mit einer gepflegten EP in Erscheinung und legte bereits im darauffolgendem Jahr das glänzende und ebenfalls zu empfehlende Debut Album “Born To Boogie” nach. Viele Clubgigs später erschien das Zweitwerk “Fasten Seatbelts” welches stilistisch eine kleine Prise metallischer und dadurch auch stellenweise noch facettenreicher ausgefallen ist. Der Sänger hatte einen ganz eigenen Charme. Seine Stimme war durchaus markant und besaß Wiedererkennungswert. Die Virtuosität an den Gitarren war erstaunlich und auch die Rhytmusfraktion lieferte einen erstklassigen Job ab. Aus all diesen traditionellen Zutaten hat sich das Quintett eine eigene leckere Suppe gekocht. Hier bekam der Musikfan keine überproduzierte und glattpolierte Major Produktion, sondern eine handgemachte und ehrliche Headbanger-Perle im stimmigem Soundgewand. Doch nun zu den enthaltenen Songs: Der Stampfer "Around Midnight" setzt gleich mal ein Ausrufezeichen. Genau so sollte erdige und melodiöse Hard´n´Heavy-Mucke klingen. Ein cooles grooviges Riff, eingängiger und geradliniger Gesang und fertig ist der gelungene Opener. “Go Down Shootin´” kommt anschließend mit einem Touch AC/DC und einem Hauch Saxon um die Ecke, ohne jedoch gänzlich nach den beiden Bands zu klingen; ein durch und durch harter Rock´n Roll-Track, der einfach von vorne bis hinten Spaß macht. Mit “Just A Dream” hat man eine traumhafte Halbballade am Start. Das Ganze wurde unterlegt mit wunderschöner Gitarrenarbeit, welche bei mir gleich mehrere Gänsehaut-Momente hervorruft. Das hätte auch ein Michael Schenker in seinen balladesken Songs kaum besser hinbekommen. Diese Melodiebögen sind ganz großes Kino! Bei “Hot For Love” wird dann ordentlich das Gaspedal durchgedrückt. Das speedige Stück fällt stilistisch fast ein wenig aus dem Rahmen und kann tempomäßig durchaus mit den schnellsten Tracks von Accept mithalten. Ganz stark! Auch “Thrills In The Night” klingt voll nach deutschem Achziger Jahre Metal. Gleichgelagerte Teutonen-Bands wie Victory oder Thunderhead werden zumindest auch heute noch ab und an aufgezählt, wenn man rückblickend über dieses bedeutende Jahrzehnt philosophiert. Warum dies auf Trans Am in keinster Weise zutrifft, ist mir eigentlich völlig unbegreiflich. Der Ohrwurm “Miss Marple” enthält einen sehr einprägsamen Refrain. Diese schnell zündende Melodie geht dir auch noch Tage später durch den Kopf. Mit dem Titeltrack "Fasten Seatbelts" hat man eine punktgenaue Nummer eingespielt, welche auch fast drei Jahrzehnte später noch kein bisschen angestaubt wirkt; ein zeitloses und messerscharfes Stück Musik. Das Lied ”Hard Enough” ist ein clever durchdachter, ungeschminkter Metal-Brecher. Das präzise Zusammenspiel zwischen Gesang und Gitarre ist hier schlicht beeindruckend und ergänzt sich phänomenal; ein raffiniertes Arrangement, welches genügend Raum zur Entfaltung aller Instrumente bietet. ”Now It´s Your Turn” (mit wild gallopierenden Bass- und E-Gitarren) klingt wie eine originelle Mischung aus Judas Priest und Iron Maiden; sehr spannender Songaufbau mit bedächtigem Mittelteil. Erneut kommen hier die technischen Fähigkeiten der Musiker voll zur Geltung. Der Rausschmeisser “Mother Earth “ist dann eine ruhigere, verträumte Nummer. Harmonisch und schlicht überwältigend beenden Trans Am hier ein Album, das zwar ein auserlesenes Feuerwerk abgebrandt hat, aber welchem dennoch nie die verdiente Aufmerksamkeit zuteil wurde, obwohl dieses kleine Meisterwerk mit einem simplen, aber hundertprozentig treffsicheren und einprägsamen Albumcover aufkreuzte.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Dirk Determann


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