SPACE ELEVATOR - SPACE ELEVATOR II


Label:STEAMHAMMER / SPV
Jahr:2018
Running Time:51:48
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Space Elevator kommen am 25. Mai 2018, mit ihrem zweiten Output um die Ecke und nennen selbiges treffend "Space Elevator II", samt einer Spieldauer von knapp über fünfzig Minuten, verteilt auf zwölf Tracks. Zuvor gab es bereits die Singleauskopplung "We Can Fly", mit dem entsprechenden Videoclip, gedreht auf der weltweit höchst gelegenen, privaten Satellitenschüssel. Der Vierer um den Gitarristen David Young und der extravagante Shouterin The Duchess, machten 2014, erstmalig mit ihrem selbstbetitelten Debüt auf sich aufmerksam. Auf diesem bediente sogar noch der allseits bekannte Neil Murray (unter anderem Whitesnake und Black Sabbath) den Tieftöner. Hören wir mal in die aktuelle Scheibe, bald verfügbar als CD-Digipack und als blaufarbiges Doppelvinyl im Gatefold, inklusive Silberling, hinein. Ein Knarzen, sanfte Töne und schon rattern schwere Gitarren zu "Take The Pain" los. Nachfolgend strotzt die Nummer nur so vor ausgefeilten Arrangements, tollen Melodien, mehrstimmigen Refrains und der sehr variablen Stimme der Sängerin. Klassischer Hard Rock, Power Metal und richtig catchige Momente, sind alle in diesem Song vereint. Was die härteren Ansätze betrifft, sollte es das aber auch fürs Erste gewesen sein. Nachgelegt wird nun sehr melodischer und eingängigster Melodic Rock / AOR. Fast kitschig inszeniert wirkt "Talk Talk" und auch das fast als Schlager durchgehende, irgendwie sogar an Abba angelehnte "World Of Possibilities", schielt deutlich in Richtung möglicher Chartpositionen. Allein der tollen Sängerin mit richtig mitnehmender Voice ist es zu verdanken, dass man hier als eingefleischter Kuttenträger nicht weiterzappt. Im Grunde genommen gilt dies auch für das nachgelegte, noch weit softere, ja fast schunkelige "The One That Got Away".

Ziemlich cool wird dann auf "Crazies (Take Me Home)", gezockt mit einem fast Queen-affinen Start. The Duchess, anfangs zunächst mit waveartiger oder dem New Romantic ähnelnder Stimmlage und dann fordernder, immer wieder mit rauen Licks. Es folgt die Single "We Can Fly" im ARO-Mix, was auch immer das heißen mag. Nach dem langsamen Beginn, geht es fast explosiv nach vorne, begleitet von guten Riffern und spielerisch eingestreuten Tasten und entwickelt sich so zu einem mitreißenden, größer angelegten, ja fast hymnischen Track. Eine ganz sensible und exzellente Sängerin, Anfangs in Begleitung von stromlosen Gitarren, begegnet uns auf "All This Time". Merklich flotter und mit richtigem Druck arbeitet das rockige "Far Away Boy". Einfach erstaunlich, was diese Frau gesanglich drauf hat, ohne die tollen Leads von Herrn Young außer Acht zu lassen. Und wieder einmal sind Einflüsse der Rockgötter um Brain May und den verstorbenen Freddie Mercury hörbar. Das Wechselspiel Ballade / Powerballade im Mix mit spannenden AOR-Rhythmen beherrschen die Briten perfekt. In diese Kerbe schlägt auch "Lucky Girl" und bei "Keep Waiting" mit tollem Mitmachteil, dachte ich zu allererst an Madonna. "W.Y.T.A.T." mit richtig knackiger Percussion zum Start und Ska-artigen Elementen zum Abwinken überrascht, weil sie einfach so unerwartet kommt. Harte Klampfen sorgen allerdings für einen saugeilen Groove. Mit dem wieder mal sanftem, erstmalig aber richtig bluesigem und gleichsam soullastigen "Queen For A Day" mit Klavierbegleitung setzen Space Elevator das letzte Ausrufezeichen. Eine empfehlenswerte Scheibe mit guten Rocksongs, voller Dynamik, eingängigsten Melodien, brillanten Arrangements und einer barvorösen Sängerin bei größter stimmlicher Vielfalt.

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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