KHEMMIS - DESOLATION


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2018
Running Time:41:35
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Aus Denver, Colorado stammen Khemmis, welche jüngst mit diesem brandneuen Longplayer um die Ecke geschossen sind. Es ist bereits deren dritte Platte, also das sogenannte "Make It Or Break It" Album. Ob damit jedoch wirklich der Durchbruch gelingt bleibt noch abzuwarten. Die Schnittmenge aus Doom- und Heavy Metal hat den Jungs auf jeden Fall bereits beim Vorgänger erste Achtungserfolge beschert. Auch auf "Desolation" tummeln sich wieder doomige, progressive und epische Töne. Schöne Melodien, oft herausgezaubert aus anmutigen Twin-Gitarren, sind ein echter Gewinn für diesen Rundling. Genauso verhält es sich mit den fein ausgearbeiteten Gesangs-Harmonien. Das trifft insbesondere auf die cleanen Vocals zu, die zum Glück den Löwenanteil ausmachen. Die wenigen Growls dagegen sollen wohl für zusätzliche Abwechslung und Auflockerung sorgen, wirken für mich aber oft irgendwie deplatziert. So passiert es immer wieder, dass eine herzergreifende und melancholische Songpassage mit einem Mal ein wenig entzaubert wird. Ein rundherum perfekter Song ist dagegen beispielsweise das eingängige "Isolation". Hier kommt man direkt auf den Punkt und liefert zudem das absolute Herzstück des Albums ab. Solch eine beeindruckende Klangwand, gepaart mit atemberaubenden Gesang findet man leider nicht durchgehend auf diesem Werk. Oft sind da leidenschaftliche Ansätze und musikalisch hochklassige Passagen, aber dennoch agiert man hier und dort vielleicht noch ein wenig zu sperrig im Songwriting. Leicht verdauliche Kost ist das jedenfalls nicht und man muss schon eine gewisse Bereitschaft mitbringen, sich mit dem Album tiefgründiger auseinanderzusetzen. Was bleibt ist der Eindruck, dass Khemmis auf einem sehr hohen Level agieren und trotzdem vielleicht noch ein wenig mehr drin gewesen wäre. An vermeintliche Vorbilder wie Solitude Aeturnus oder Grand Magus kann man noch nicht ganz heranreichen, befindet sich aber qualitativ zumindest in deren Reichweite.

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Dirk Determann


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