U.D.O. - STEELFACTORY


Label:AFM
Jahr:2018
Running Time:58:05
Kategorie: Neuerscheinung
 
zurück  |  vor

Udo Dirkschneider kündigte an, dass er ein allerletztes Mal Accept-Klassiker auf der Bühne performen würde. Diese Tour ging auch schon in die zweite Runde und hält immer noch an. Wie lange ist das jetzt her? Zwei Jahre? Drei? Ich habe keine Ahnung… Auch keine Ahnung habe ich, wann U.D.O. dennoch die Zeit gefunden haben, dieses Album zu schreiben und aufzunehmen. Was ich aber weiß, ist, dass diese Tour mit Accept-Songs sich positiv auf die neuen Songs ausgewirkt hat! Denn wo mir das aktuelle Accept-Album „The Rise Of Chaos“ aus dem Vorjahr zu straight, zu rockig und zu sehr „auf Nummer sicher“ war, machen U.D.O. jetzt ungefähr dort weiter, wo Accept 1993 mit dem geilen Comeback-Album „Objection Overruled“ aufgehört hatten. Seit „Steelhammer“ (2013) ist bei U.D.O. endlich die sterile Produktion von Stefan Kaufmann verschwunden. Aber jetzt kommt ein sagenhaftes Album wie aus einem Guss! Es ist rockig, die Doublebass pumpt, die Gitarrenleads sitzen, Udos Gesang klingt aggressiv und durchschlagskräftig wie seit Jahren nicht mehr. Der Opener „Tongue Reaper“ hätte auch auf „ObjectionOverruled“ stehen können. „The Move“ erinnert wohl nicht zufällig an „Living For Tonite“. „Blood On Fire“ besticht mit einem geilen Headbanger-Riff im stampfenden Midtempo in bester Accept-Manier. „Rising High“ ist ein Doublebass-Kracher vor dem Herrn mit richtig aggressivem Gesang, der an alte „Timebomb“-Zeiten erinnert. Bei „Hungry And Angry“ denkt man sofort an „Princess Of The Dawn“, der Refrain könnte dagegen auch von „Animal House” stammen. Ich habe immer gesagt, dass Accept den geilsten Backing-Gesang aller Zeiten haben. Und genau dort knüpfen U.D.O. Anno 2018 auch nahtlos an. U.D.O. übertragen alt Bewährtes in die heutige Zeit. Die Songs klingen frisch, unverbraucht und authentisch. Wie auf allen Alben der Band gibt es erst bei der obligatorischen Ballade am Schluss eine Verschnaufpause, wobei der Gesang hier (mal wieder) etwas gewöhnungsbedürftig ist. Reibeisengesang steht uns Udo einfach besser zu Gesicht. Egal! Jedenfalls habe ich ein derart starkes Album in dieser Form nicht erwartet! Ganz heißer Anwärter auf das Album des Jahres! Und für mich auch weitaus besser als das allseits abgefeierte neue Judas Priest-Album!

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


zurück zur Übersicht