GRAHAM BONNET BAND - MEANWHILE, BACK IN THE GARAGE


Label:FRONTIERS
Jahr:2018
Running Time:66:43
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Letztes Jahr habe ich für CROSSFIRE die Scheibe "Live...Here Comes The Night" von der Graham Bonnet Band besprochen und hier einiges auch zum Sänger aufgeführt, den man von Rockgrößen wie Rainbow, Alcatrazz, Impelliteri und natürlich der Michael Schenker Group kennt, um nur mal die bekannten Gruppen aufzuführen. Bereits 2016 debütierte die Band um den siebzigjährigen Graham mit "The Book" bei Frontiers Records. An der Gitarre ist übrigens Joey Tafolla von Jag Panzer beschäftigt und ein Kurt James, wird im Infosheet als Gastklampfer aufgeführt. Dieser Tage kommt mit "Meanwhile, Back In the Garage", die zweite Longrille des britischen Fünfers um die Ecke und ich verstehe den Titel mal als Programm, so nach dem Motto "back to the roots" und erwarte auf der Scheibe, die übrigens im Handel mit einer Live-DVD erscheint, eine Menge rockige Kracher, mit viel Anlehnung an seine bisherige Schaffensperiode. Vierzehn Tracks hat der britische Barde auf den Silberling gepresst und es kommt so wie gehofft: gleich der als Opener gewählte Titeltrack, ist ein vorzüglicher Hardrocker mit quirligen Gitarren, tollem Groove und mitnehmendem Refrain. Und wie Rob Halford bei Judas Priest ertönt Grahams Voice in ganz neuem Glanze und so gar nicht passend für einen Rockopa. "The Hotel" ist wärmer, melodischer und erinnert an Rainbow, während "Livin´ In Suspicion" insgesamt gezähmter daher kommt aber etwa ab dem Mittelteil mit gutem Workout an den sechssaitigen Langhälsen und einem roughen Refrain aufwartet. Nach dem treibenden "Incest Outcest U.S.A." gibt es metallischen Rock in Manier von Alcatrazz auf "Long Island Tea" und die Riffer laden hier wahrlich zum Matten schütteln ein.

"The House" hat in den Licks etwas von Michael Schenker und driftet dann in mehr bluesige, ruhigere Fahrwässer ab, während "Sea Of Trees" im Intro an Klassiker von "Down To Earth" erinnert und nach hinten raus einem exzellenten Joey hofiert, der mich im Anschlag an einen Jake E. Lee (Badlands) erinnert. Mit einer stromlosen Gitarre, so etwas in Western-Manier steigt "Man Of The Corner" und danach geben die Gäule so richtig Gas, mit fetzigsten Klampfen und rasend schnellen Drums. Nach dem balladesken "We Don´t Need Another Hero", mit leichten Souleinschlag in der Stimme, darf bei "America ...Where Have You Gone?", wieder hemmungslos gerockt werden. Etwas experimentell, mit so einem leicht orientalischen Einschlag beginnt "Heading Toward The Light" und auch sonst schießt das etwas aus dem Rahmen und will meinen Ohren nicht so richtig wohl tun. Da lobe ich mir "Past Lives", welches in gewohnt rascher Weise und mit feinen Leads daher kommt, wenn auch die Stimme des Chefs hier etwas ungewöhnlich klingt und teils auch absichtlich verfälscht wird. Bei "The Crying Chair" darf bei feinsten Gitarrenwaisen geschunkelt werden und auch Graham kann recht sanft seine Vocals kreieren. "Starcar Lane", live gezockt beim „Daryl´s House“ von 2018 setzt einen tollen Schlusspunkt unter ein, mit nur wenigen Abstrichen saugutes Rockalbum, dass alle Fans und Ehemaligen schlichtweg begeistert wird. Ich hoffe doch, dass Graham Bonnet endlich mal auf Tour nach Deutschland kommt.

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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