I, TONYA - Film von Craig Gillespie


Label:UNIVERSUM
Jahr:2018
Running Time:120:00
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Wer Ende der 80er bis circa Mitte der90er-Jahre, noch voll bei der Sache war und sich ein wenig für Sport interessiert hatte, kam an der Eiskunstläuferin Tonya Harding und ihrem Wunsch die Szene zu ändern, kaum vorbei. Sie startete im Einzellauf und hatte für damalige Zeiten schräge Ideen (lief zu Heavy Metal mit selbstgenähten Outfits), die sich mit ihrem Können bissen und die Jury stets dazu verleiteten, schlechtere Läufer besser zu bewerten. Na ja, bis ihr als erste Frau der Welt, 1987 bei Skate America, der dreifache Axel im Kurzprogramm gelang und zwei dreifache Axelsprünge in der Kür. Zudem gab sie noch den dreifachen Axel, kombiniert mit einem zweiten Sprung, wie dem doppelten Toeloop, den sie in weiteren Wettbewerben hinlegte. Das saß. Nun nahm auch die Welt Notiz, von der in ärmlichen Verhältnissen aufgewachsenen Tonya. Und wie das oft so in einem Lebenskreis ist, warf sie die Schule hin und konzentrierte ich nur auf den Sport. Von zu Hause gab es wenig Geld und ihr zukünftiger Mann war meist arbeitslos, ein Schläger und halt der typischer, saufende Loser. Die Mutter ein knallharter Despot, bar jeglicher Gefühle. Zudem wollten die Veranstalter, jetzt da sie das Gesicht Amerikas sein würde, ein frauliches und angepasstes Frauenebild.

Wie dem auch sei…ich möchte nicht zu viel vorwegnehmen, denn der Film ist sehr aufschlussreich. Er fängt in Interviewform an, was mich erst erschreckte aber auch wenn die Idee während des ganzen Streifens beibehalten wird, nimmt es normale Facetten der Bearbeitung an. 1991 wurde Frau Harding US-Meisterin und bei der ersten Olympiade bekam sie die Silbermedaille. Da ihre Karriere später bergab ging, die Ehe in die Brüche und der Kontakt zur Mutter versiegte, endete sie als Kellnerin. Bald jedoch ging es mit Hilfe der alten Trainerin vorwärts, bis ein ekeliger Plan von Ehemann und seinem Kumpel geschmiedet wurde. Was als Bagatelle vorbereitet wurde, eskalierte in einem Attentat auf die Gegnerin Nancy Kerrigan, der man das Knie zerschmetterte. Natürlich wird die Story aus der Sicht aller wichtigen Beteiligten erzählt. Die Sprünge zu den Personen ergeben schließlich die gesamte Geschichte, die bis zum Leben nach dem Eiskunstlauf der Tonya Harding geht. Eine faszinierende Geschichte gebunden in einem Film der mindestens so spannend ist wie das Leben selbst. Überzeugende Schauspieler auf ganzer Linie und eine Regie die es in sich hat. Respekt! Als Bonusmaterial gibt es ein „Making Of“.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Steve Burdelak


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