POWERWOLF - THE SACRAMENT OF SIN


Label:NAPALM
Jahr:2018
Running Time:42:02
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Fünf Jahre nach dem Release von "Preachers Of The Night", der die selbsternannten Wölfe aus Saarbrücken an die Spitze der Charts hievte und drei Jahre nach dem letzten, mit Platz Nummer 3, nur guten Opus "Blessed & Possed", starten Shouter und Hohepriester Attila Dorn nebst Horde, mit "The Sacrament Of Sin", den erneuten Versuch des Top-Rankings. Und während der Autor dieser Zeilen noch fasziniert diesem hymnischem Metalopus lauscht, leuchtet in den Verkaufscharts bereits die "1" auf. Diese Topplatzierung ist sowas von verdient. Es fällt mir schwer, die Songs, von denen ich den fantastischen Opener "Fire & Forgive", der wie kein anderer, für die kraftvollen Riffer der Wölfe steht und "Demons Are A Girl´s Best Friend", dessen toller Refrain mir zum wiederholten Mal die Tränen in die Augen treibt, bereits livehaftig auf dem Rockharz Festival erlebt habe, wirklich objektiv zu bewerten. Seit "Return In Bloodred" aus 2005, bin ich Fan der Truppe. Es war das faszinierende Cover und die Titel, die mich zum Kauf veranlasst haben und schon mit "Lupus Dei" aus 2007, wurde mir klar, hier wächst was ganz Großes heran. Mir liegt das neue Werk als Gatefold-Vinyl in grün vor und ich besitze auch die anders kolorierten Schallplatten. Auf der "Sacrament Side", geht es weiter mit "Killers With The Cross", dem folglich dritten Song. Dieser eröffnet mit sakralem Geflüster, legt dann in Sabaton-Manier mit fettesten Keyboardteppichen los und mutiert zu einem großartigen Hit, mit tollen Leads von Charles und Matthew Greywolf. Noch größer, ja gewaltig, ist "Incense & Iron" angelegt und Powerwolf streuen erstmalig, leichte Folkanleihen ein. "Where The Wild Wolves Have Gone", ist eine kraftvolle Powerballade oder auch sehr balladesk angelegte Hymne, mit coolen Klavierklängen von Falk Maria Schlegel.

Die zweite Seite, sprich die "Sin Side", legt mit dem etwas komödiantischen "Stossgebet" los, wo Attila in lateinischer und deutscher Sprache singt und wenn er referiert "Er nahm sie dann ins Stossgebet, der Kirchturm hoch zum Himmel steht...", kann man sich eines leichten Grinsens kaum verwehren. Davon unabhängig, gibt es hier Chöre vom Feinsten. Zurück zu den songtechnischen Anfängen, geht es mit dem stampfenden "Nightside Of Siberia" weiter. Gibt es hier etwa die kommende Ablösung der bandinternen Hymne "Werewolves Of Armenia"? Mit dem Titeltrack, dem ultraschnellen und richtig zackigem "The Sacrament Of Sin", wo melodische Tasteninstrumente mal eben knallige Licks ersetzen, setzt sich der Höllenritt fort und auch "Venom Of Venus", passt voll in das Konzept und dürfte mit den krassen Tempiwechseln und den prägnaten "hehehe" und "hohoho" Parts ein Garant für ordentlich Stimmung bei den nächsten Livesessions sein. Zumindest der Einstieg in "Knighttime Rebel", mit leicht progressiven Ausflügen verwundert erst. Es folgt sehr melodischer Powermetal, mal ganz ohne Pathos, mit wirklich reduziertem Hymnenanteil und ausufernden, warmen Leadgitarren. Für mich die bislang untypischste Nummer des Fünfers aber großartige Chöre und hymnische Akzente zum Abwinken der grauen Isegrims, sorgen bei "Fist By Fist", für einen tollen Rausschmiss. Mit "The Sacrament Of Sin", liegt nun das siebte und wohl auch beste Powerwolf-Album, voll kraftvoller, metallischer und vor allen Dingen jeder Menge stimmiger Hymnen, vor. Es zeigt ein spielfreudiges, zu leichten Experimenten veranlasstes aber weiterhin im erfolgreichen Sturm jagendes Rudel. Natürlich gibt es von mir die volle Punktzahl, wohl wissend, dass bei den Wölfen das Ende der Fahnenstange noch immer nicht erreicht ist.

Note: 10 von 10 Punkten
Autor: Andreas Gey


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