SODOM - PARTISAN


Label:STEAMHAMMER / SPV
Jahr:2018
Running Time:16:33
Kategorie: Neuerscheinung
 
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Sodom ist zurück, dabei waren sie nie wirklich weg. Nach der Trennung von Schlagwerker Makka und dem Gitarristen Bernemann, welcher die Band zwanzig Jahre mit seinem unnachahmlichen Gitarrenspiel weiterentwickelt hat, wurde aus dem flotten Dreier gegen Anfang des Jahres ein Quartett. Da muss man sich als Sodomiter erst einmal gehörig umstellen und dann heißt es auch noch, der Blackfire ist wieder dabei und mit Ihm kommt der Husky (Asphyx, Desaster) und ein bis dato relativ unbekannter, zweiter Gitarrist  Namens Yorck Segatz (Beyondition). Das letzte Album "Decision Day" ist eine verdammt hohe Hürde und jetzt soll wieder einen auf achtziger Jahre Thrash gemacht werden? Wie will man denn bitteschön dieses Feeling wieder herstellen? Was erlaube sich Tom Angelripper? Das Sodom Fanlager war irgendwie so ein bisschen gespalten. Viele Fans machte die Ankündigung einer Rückbesinnung auf die Meilensteine wie „Persecution Mania“ und „Agent Orange“ ein feuchtes Höschen, aber die andere Seite des Sodom Fanlagers, zu welcher ich mich auch zählte, hatte ein komisches Gefühl im Magen. Die Trennung der im Eingang erwähnten Bandmitglieder soll wohl nicht so ganz im beiderseitigen Einvernehmen verlaufen sein. So etwas schwingt natürlich auch mit, aber Sodom ist und bleibt dem Tom seine Band und das ist auch gut so. Nach dem ersten Auftritt des neuen Line-Up auf dem Rock Hard Festival diesen Jahres, folgten einige interessante weitere Gigs, welche Sodom ein neues Zusammengehörigkeitsgefühl gegeben haben und dieses Gefühl, diese Art von Magie, wird hier gnadenlos auf diese EP genagelt.

"Partisan" hat alle Sodom Trademarks, welche einem das Messer in der Hose aufgehen lassen. Im typischen Sodom Uffta Uffta Beat wird hier einem so dermaßen in den Arsch getreten, das die Prostata einen Dekubitus bekommt. Die Gitarren rasen und nehmen selbst Slayer erbarmungslos in den Würgegriff. Das Solo kann man mit Worten nicht beschreiben. Der Blackfire hat es noch so richtig drauf. Vielleicht sogar besser den je. Nach der ersten Nummer kommt von mir nur noch ein Aufschrei: GEIL!!! Zu Beginn des zweiten Stück "Conflagration" entlockt es mir dann ein kehliges, dreckiges Lachen und im Mittelteil gibt es dann Ganzkörper Entenpelle, bevor man zum Ende hin von der Feuersbrunst Bolzen Strack vom Hocker gefegt wird. Der "zweite" Gitarrist Yorck Segatz bereichert die Band ungemein und Husky füllt die großen Fußstapfen seiner Vorgänger würdig aus. Nach dem Eröffnungsduo bin ich vollkommen geflasht. Das hätte ich so nie für möglich gehalten! Danke Jungs. Is dat geil!!!!!! Die Live Version von "Tired And Red" vom Rock Hard Festival 2018 kann natürlich nicht ganz mit den beiden neuen Nummern mithalten, auch wenn hier schon jede Menge Flair rüber kommt und die Fans ordentlich mit einbezogen werden. Die Band klingt insgesamt keineswegs altbacken, sondern enorm druckvoll und geht richtig steil. Dabei fand ich die "Decision Day", mit Ihrem sehr gut eingespielten und qualitativ absolut hochwertigem Line-Up, verdammt stark. Doch jetzt wird ein neues Kapitel der Sodom Geschichte geschrieben. Man hört die Essenz von „Persecution Mania“, „Agent Orange“ und „Tapping The Vein“, gepaart mit einem Hauch von „Get What You Deserve“, sowie dem letzten Album raus. Bleibt zu hoffen das die folgende CD die Qualität dieser beiden neuen Killer halten kann, denn zwei köstlich belegte Fischbrötchen machen noch lange kein Bordell für Blinde, aber man kommt zumindest schon mal auf den Geschmack. Holt euch das Teil, ihr werdet es nicht bereuen!

Note: Keine Wertung
Autor: Jörg Quaquil


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