STILLBORN - NECROSPIRITUALS


Label:RADIUM
Jahr:1989
Running Time:42:02
Kategorie: Classics
 
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Nicht viele Bands können von sich behaupten, einen Musikstil ganz entscheidend geprägt zu haben. Zu den Wegbereitern, die den Gothic-Doom Metal Bereich maßgeblich mitgestalteten, sollte man unbedingt die schwedische Gruppe Stillborn zählen. Bereits Mitte der achtziger Jahre experimentierten die vier Skandinavier mit Sounds herum, die man bis dato in dieser Form so noch nicht gehört hatte. Auf eine ganz eigene Art und Weise kombinierte man die Dunkelheit von Sisters Of Mercy-artigen Gothic-Rock, mit der Schwere und Heavyness von Black Sabbath. Im Jahr 1989 erschien dann auf dem deutschen Label Radium das Debüt-Album „Necrospirituals“, welches tief im Untergrund eine ganze Menge Staub aufwirbelte. Leider blieb dieses Meisterwerk, dennoch nur einer kleinen Insiderfraktion vorbehalten. Dies ist sicher mangelnder Promotion der Mini-Plattenfirma geschuldet, aber auch der Tatsache, dass man der Zeit einfach weit voraus war und dies so mancher Redakteur noch nicht richtig einzuordnen wusste. Nur ganze acht Songs befinden sich auf der LP, die es aber von vorne bis hinten mal so richtig in sich hat.

Die Vocals klingen schön düster und bedrohlich und werden mit einer großen Portion Gefühl und Leidenschaft vorgetragen. Die Gitarrenriffs unterstreichen dieses bedrohliche Szenario gekonnt. Dennoch klingen alle Melodien unfassbar schön und man ist weit davon entfernt in tiefe Depressionen zu fallen. Das Lied „Albino Flogged In Black“, kam übrigens 1997 erneut zu Ehren, da es von Paradise Lost für eine CD Single gecovert wurde. Hierbei gefällt mir das Original von Stillborn, mit seinem leicht an David Bowie und Andrew Eldritch (The Sisters Of Mercy) ausgerichteten Gesang aber doch einen Tacken besser. Die finstere und überwiegend schleppende Grundausrichtung des Albums, wird lediglich beim flotten Song „Streetsatan“ durchbrochen, welches fast schon ein wenig punkig daherkommt. Insgesamt gesehen, bietet dieses, leider immer noch relativ unbekannte Referenzwerk in Sachen Düster-Mucke, einige unsterbliche Klassiker, von deren Qualität man sich zuletzt beim Hammer Of Doom Festival, eindrucksvoll überzeugen lassen konnte. Den Erfolg, welcher eigentlich auch Stillborn zugestanden hätte, haben dann einige Jahre später ähnlich ausgerichtete Bands, wie beispielsweise Type O Negative für sich verbuchen können. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass zumindest mir kein Album bekannt ist, welches Ende der achtziger Jahre ähnlich geklungen hat wie das absolut wegweisende „Necrospirituals“.

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: Dirk Determann


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