STRIX NEBULOSA - ERBAULICHE ANDACHT


Label:TERROR
Jahr:2019
Running Time:93:26
Kategorie: Import
 

Strix Nebulosa ist der lateinische Name einer Eule und Namensgeber dieses Black Metal-Soloprojektes aus Bayern. Herr Alf K. aus Garmisch-Partenkirchen war zunächst von 1998 bis 2001 unter dem Namen Aragorn aktiv und veröffentlichte unter diesem Banner zwei EPs im melodischen Black Metal-Stil. Strix Nebulosa gibt es in dieser Form aber erst seit 2014. „Erbauliche Andacht“ ist das zweite Album. Das neue Werk ist gleich eine Doppel-CD geworden, die trotz anderthalb Stunden Spielzeit sehr kurzweilig ausgefallen ist. Sie enthält nordisch geprägten, schnellen Old School Black Metal, der aber auch mit melodischen, schwedisch anmutenden Gitarren und Pagan-Elementen aufwarten kann. Der Titeltrack beginnt mit Kirchenglocken, bevor das Gepolter wieder losgeht. Rasend schnell und hasserfüllt, dabei aber auch sehr gut gespielt, kann der Bayer mit seiner Musik voll überzeugen. Obwohl man sich am alten Stil orientiert, kommt die Musik sehr eigenständig und überhaupt nicht retro daher. Normalerweise störe ich mich an Drumcomputern und deutschen Texten (Zudem wechseln sie sich auch mit englischen Texten ab). Hier ist aber tatsächlich alles im grünen Bereich. „Der Populist“ ist mit seinen vierzehn Minuten und dem besinnlichen Akustik-Intro der Höhepunkt des Albums. Furios mit frostigen, schnellen Läufen geht es mit „Time – Dust!“ weiter, welches kalte Pagan Metal-Atmosphäre versprüht. „Axiom Angst“ schließt CD 1 gekonnt ab. Wer nun glaubt, dass das Pulver schon verschossen ist, muss sich aber schnell eines Besseren belehren lassen. CD 2 kommt mit vierzig Minuten ein weiteres Mal locker auf Albumlänge und steht dem ersten Silberling in nichts nach. „Titans – Reflect In Silence“ beginnt episch im treibenden Midtempo. Auch hier ist der Überlänge-Song das Highlight; dieses Mal „Dies Irae – Wir Sind Die Toten“ mit seinen zwölf Minuten. „Come Hell, Come Fire, Come Fear“ überzeugt mit geilem Groove und schönen Leadgitarren. Das verträumt mit Keyboards beginnende „What Power Art Thou“ nimmt dann doch noch den Druck raus und sorgt für ein besinnliches Ende. Dieser Track ist im Vergleich zum Rest eher langweilig. Davor überzeugt Strix Nebulosa glatte anderthalb Stunden, ohne abzuscheißen! Da verzeihe ich ihm den Raushauer auch gerne und werte ihn als eine Art Outro. Ein tolles, eigenständiges, abwechslungsreiches und doch geradliniges Album, welches jedem traditionellen Black Metaller und Freund nordischer Klänge, wie Bathory, Immortal, Hades, Helheim oder Enslaved, ohne Zweifel gefallen sollte.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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