MIKE TRAMP - STRAY FROM THE FLOCK


Label:TARGET
Jahr:2019
Running Time:53:39
Kategorie: Neuerscheinung
 

Was haben John Bon Jovi, Joey Tempest und Mike Tramp gemeinsam? Genau, sie haben in den 1980er Jahren, in sehr erfolgreichen Hardrock Bands gesungen und haben sich alle auf die eine oder andere Art und Weise, am Genre Singer/ Songwriter versucht. Joey Tempest recht überzeugend, Bon Jovi…na, sprechen wir nicht drüber und Mike Tramp? Anders als die Vorbenannten, hatte er früher, mit seiner Band Freak of Nature schon mal einen Ausflug in andere, allerdings deutlich rauere Gefilde unternommen. Dort hat er unter Beweis gestellt, was für ein grandioser Songwriter in ihm steckt und wie originell man seine musikalischen Wurzeln, aus den 1970ern nicht verleugnet oder stumpf kopiert, sondern sie mit viel Inspiration zu etwas völlig neuem erblühen lässt. All das ist auch auf „Stray From The Flock“ zu hören. Eine altersmilde Version von Freak of Nature etwa? Mitnichten! Altersmilde schon ein wenig, denn Mike Tramp hat es gar nicht nötig, den fünfundzwanzigjährigen Rockstar rauszukehren, sondern arrangiert es so, dass seine Stimme tragen und den Song führen kann. Alles richtig gemacht.

Frühe Thin Lizzy und UFO sind auch hier und da als Einfluss zu vernehmen, aber immer nur als Würze im ganz eigenen Sud. So entpuppt sich das Album auch nicht als Jammerlappen Gewinsel mit Akustikgitarre, sondern durchaus rockig, mit bratenden Gitarren und rollenden Drums. Aber wie klingt es denn nun? Ein wenig Americana im Stile von Dan Baird oder John Hiatt, gewürzt etwas Blues Rock der frühen Bad Company und ein Schuss Thin Lizzy zu ihren besten Zeiten und eben ganz viel Mike Tramp. Rau aber glaubwürdig der Sound, warm und poetisch die Songs. Das spannungsvolle „No End War“, ist ein klasse Midtempo-Groover, bei dem sogar die Eagles etwas um die Ecke linsen, You Ain’t Free Anymore“, ist ein großer Song mit fetten Chören und einer röhrenden Hammond Orgel, wie man es nicht besser machen kann. Und der Rest? Hört ihn Euch einfach selber an. Es steht Mike Tramp drauf, also sind auch gute bis hervorragende Songs drin. Und es klingt immer nach…Mike Tramp. Chapeau! Ein wenig Abzug für die ein, zwei Balladen zu viel und dem Quentchen mehr Wärme, die dem ansonsten guten und authentischen Sound gut getan hätten.

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Tammo Krauß


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