SPIRITUAL FRONT - AMOUR BRAQUE


Label:PROPHECY
Jahr:2018
Running Time:51:17
Kategorie: Neuerscheinung
 

Ende 1990 wird Spiritual Front von Sänger und Gitarrist Simone Salvatori in Rom gegründet. Sie pflegen ein Image der politisch unkorrekten Provokateure, geben sich in ihren Lyrics, ihrem Artwork und in medialen Auftritten stark sexualisiert, kolportieren mit Vorliebe „typisch italienische“ Machismo-Klischees. Zudem gebrauchen sie, zum Beispiel in der Titelgebung einzelner Songs, häufig Begriffsstereotypen einer nihilistischen oder apokalyptischen Weltanschauung, die zwischen Provokation und ernsthafter Auseinandersetzung mit religiösen Fragen wechselt. All diese Aspekte erscheinen aber durch humorvolle Überzeichnung und durch den selbstreferenziellen Showcharakter der Darbietung selbstironisch gebrochen. In diesem Zusammenhang wirkt auch der Bandname mit seinen Verweisen auf Spiritualität und Krieg, wenn auch nicht durchgängig, als augenzwinkernde Persiflage auf Mentalitätsaspekte der Neofolkszene. Salvatoris Texte sind geprägt von Themen wie der Suche nach dem eigenen Ich, Sexualität, den Härten des Lebens und gescheiterten Beziehungen, gehüllt in Sarkasmus, Nihilismus sowie beißenden Humor. „Amour Braque" ist das sechste Studioalbum von Spiritual Front, das düsteren Alternative Rock, Dark Folk und Kammerpop mit außergewöhnlichen Bluesrock-Einflüssen der sechziger Jahre vereint. Das coole Cover wurde von dem surrealistischen Kultkünstler Saturno Buttò gestaltet, während es auf dem Album Gastauftritte von Matt Howden (Sieben), King Dude, Client und weiteren zu hören gibt. „Amour Braque" ist ein Album zum genießen, für Kenner und Liebhaber guter und auch außergewöhnlicher Musik, die in keine Schublade gepackt werden kann. Auf “Amour Braque” gibt es ganz viele Minuten musikalischer Perfektion. Anspieltipps: „Pain is Love“, „Battuage“, das leicht dahin schwingende „An End Named Hope“ und das vom Klavier getragene „Vladimir Central“. Das Album erscheint, als limitierte 2CD-Buch-Edition, CD Digipack und als Vinyl.

Note: 9.5 von 10 Punkten
Autor: Simone Berger


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