ASP - KOSMONAUTILUS


Label:TRISOL
Jahr:2019
Running Time:88:37
Kategorie: Neuerscheinung
 

ASP „Kosmonautilus‘‘, Fremder Zyklus, Teil vier. Musiker, Zyklus, Stirnrunzeln, endlose Möglichkeiten, auf gewohntem, erfolgreichem, ein weiteres Haus zu bauen. Dann Texte und Songablauf in bekannter Art und Weise auf den Markt zu werfen, nichts Neues. Dann bei erhobenem Finger, nach dem Stil, „Ich habe den Durchblick“, bin tiefgründig und sowieso ein Poet. Kann schon verstören. Macht es bei mir. Artwork, Digital bis zum Anschlag. Recht steril. Wer es mag. Überhaupt keine Frage, durchgestylt mit Hintergrund. Clever gemacht. Ich hoffe, dass ich dazu bei einem Konzert Fragen stellen kann. Das Werk ist gut. Die Texte gehen bei Menschen, die in Ihrem Leben noch nicht so viele Erfahrungen gemacht haben, ganz bestimmt, unter die Haut. Die surrealen Anteile, die Fragen offen lassen, kommen bei mir an. Der Versuch, das Irreale, den Wahnsinn zu beschreiben, in Welten, von denen wir Träumen, diese vermuten, keine Antwort finden, sind es, die diese Compact Disc immer spannend halten.

Das Werk beginnt mit „Rückfall‘‘, eine Beschreibung, dessen, was noch kommen wird. Sehr gefällig, schwebende Gitarren. Gesanglich wird, wie bei ASP immer mit einer etwas dunkleren Stimme in die Wichtigkeiten der Texte gegriffen. Auch die Elektronik ist sehr bedrohlich aufgebaut. Chor im Hintergrund und Druck machen hier nicht nur Bass und Schlagzeug. In „Morgengrauen Irgendwo‘‘ geht es dann in ganz tief in den Abgrund des Meeres. Wir lösen uns vom Bekannten. Ein Abschied. Ins Licht. Im Folgenden lässt die Band den Zuhörer in die Strömungen. Kontakte mit Unbekanntem, wie in „Tintakel‘‘. Es wird Dunkel, wir verlassen das Licht. Tiefer und tiefer. Nur Erinnerungen bleiben. Wohin? Es geht ins Irgendwo. In „Liebes Licht“ mit Cello, gespielt von Tim Stroble und Geige, Nikos Mavridis, gelingt es ASP wieder, Geschichten zu erzählen. Für mich textlich, wie auch vom Sound, der schönste Song auf diesem Album. Die Liebe und dessen Kraft, sind immer spürbar und ganz nah. „Schatten Eilen Uns Voraus‘‘ ist dann so ein surreal angelegter Text. Das, was wir wissen, macht uns sicher im Bekannten, aber in der Dunkelheit, der Tiefe verliert sich all dies. Hinein ins Unbekannte. Treibend, mit extremen Höhen und ebensolchen Tiefen. Gothic geht einfach nicht besser. Umspült von Musik. Wir treffen immer wieder auf Unbekanntes, dass uns unsicher macht und die Fragen unserer Zeit in der Realität bewusst macht. Wir sind Suchende. Es wird konkret und präzise formuliert. Keine Hintergrundmusik, dafür ist „Kosmonautilus“ zu intensiv. Die Texte teilweise treffend. Dabei, noch Stefan Günther-Martens, (Schlagzeug), Lutz Demmler, (Elektro- und Akustikgitarren) und Sören Jordan, (zusätzliche Gitarren). ASP, (sämtliche Gesänge und Stimmen, Programming). Musikalisch ein Feuerwerk. Ich muss sagen, es lohnt sich unbedingt.

Da ich das Limitierte Digibook als Doppel Compact Disc zur Verfügung habe, komme ich nun zu den Bonus Tracks. Hier geht es los mit „Torpedos‘‘, live in Stuttgart. Sehr schnell und voller Energie und Kraft. Weiter geht es mit bekanntem. „SonaArta, (live in Dresden), „Zutiefst“,( live in Oberhausen), „Astoria verfallen“ (live in Heidelberg) und „Das Kollektiv‘‘, (live in Leipzig). Live werden die einzelnen Stücke sehr intensiv und mit Power in das Publikum gejagt. Doch bei den Ansagen, wird klar, es geht um Liebe und Respekt. Die Nähe, die so oft fehlt. Es packt einen. Dann folgt mit „Tintakel‘‘, (Totally Covered), byMinds Collide, ein besonderer Moment. Denn es ist ein vollkommen überraschender Vortrag, eines der für michimponierenden Songs auf „Kosmonautilus‘‘. „Abyss 2‘‘, dann in orchestralem Gewand. Zwar sehr kurz, aber beeindruckend. Tja und was soll ich dann sagen. Habe vorher, nur um Daten für dieses Review zu bekommen, in das Digi Pak geschaut, Da kommt der Hammer. „Nessaja“, von Peter Maffay. Ich glaub das einfach nicht, so schlecht umgesetzt. Das ist einfach nicht nötig, ein bis dahin großes Werk zu zerlegen. Mainstream und die Hitparade lassen grüßen. Nein!!!

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Reiner Langer


zurück zur Übersicht