JESSICA WOLFF - Mein Ehemann wird immer mein Held sein!


Der Introsatz ist eine klare Ansage einer modernen Power-Frau. Jessica Wolff aus Finnland, hat fast alle ihre Träume umgesetzt. Sie ist Sängerin, Schauspielerin, Personal-Trainerin, Stuntfrau und sieht aus wie ein Foto-Modell. Sicherlich kein leichtes Unterfangen für ihren Mann, der keine Ego-Probleme haben darf. Zusammen habe sie das aktuelle Video eingespielt, was in Corona-Zeiten kein leichtes Unterfangen war. Diese Geschichte und alles war ihr über Jessica wissen wolltet, nun in diesem Interview.

logoSteve: Hallo Jessica. Da dies das erste Interview für das CROSSFIRE ist, kannst Du die wichtigsten Punkte Deiner Karriere Revue passieren lassen?

Jessica: Hi Steve. Es begann, als ich neun Jahre alt war. Ich war mit meiner Familie in Madrid, und wir ritten mit Pferden aus. Ich überlegte, was ich später werden wollte… wenn ich erwachsen bin. Ich dachte an alle Berufe, die mir einfielen, und als Sängerin und Schauspielerin hochkamen, wusste ich Bescheid. Ich begann mit zwölf Jahren mit dem Gesang und nahm an etlichen Musicals teil. Mit siebzehn Jahren entdeckte ich meine Passion für den Pop Rock und schrieb meinen ersten Song. 2010 entschied ich mich, aus der Schauspielschule auszusteigen und meine Konzentration komplett auf die Musik zu legen. Ich gründete meine eigene Firma und wurde Independent Act. Ich fand Plattenfirmen in Japan und Indien und brachte 2013 mein erstes Album heraus. Danach tourte ich in Finnland, Japan und Indien. Ich suchte weiter und fand ein Label in Deutschland. Dort veröffentlichte ich mein zweites Album und ging stets auf Tour in Deiner Heimat und in vielen Teilen Europas. Mein drittes Werk „Para Dice“ kam am 19. Juni 2020 auf den Markt. Ich ging ein Risiko ein, da ich es „heavier” gestalten wollte. So weit so gut. Die Reviews sind großartig, und die Fans lieben das neue Album.

Steve: Genau, das dritte “Make it or break it”-Opus ist härter, allein wegen der Gitarrenarbeit. Also alles Absicht, oder gab es auch Bauchgefühl?

Jessica: Es war eine bewusste Entscheidung und gleichzeitig Bauchgefühl. Als wir mit dem zweiten Album „Grounded“ live unterwegs waren, klangen wir eine ganze Ecke härter. Wir fanden als Band zusammen, und ich wollte diese Power auf das nächste Produkt bringen.

Steve: Ich fand Deine Musik immer besser, wenn Du auf der Bühne warst, im Gegensatz zur Konserve. Das kannst Du dann ja jetzt im Nachhinein nachvollziehen, oder?

Jessica: Da bin ich voll bei Dir. Auch das Gefühl auf der Bühne ist ein anderes. Da gibt es ja noch die Verbindung und Energie zum und mit dem Publikum.

Steve: Wenn Du Dir Deine drei Album im Gesamten betrachtest, wo entdeckst Du Innovation oder Unterschiede, im Laufe der Jahre?

Jessica: Yeah, da gibt es große Unterschiede. Ich wurde natürlich im Laufe der Jahre erwachsener als Mensch und als Musikerin. Das reflektiert sich in der Musik. Ich habe immer einhundert Prozent abgeliefert, aber ich denke, dass man dem ersten Album anmerkt, das ich noch auf der Suche nach mir selbst war. Nun endlich habe ich den Sound und den Stil gefunden, nachdem ich gesucht habe.

Steve: Wie konntest Du bislang mit den Corona-Zeiten umgehen?

Jessica: Es war schon ziemlich hart, da ich die meisten Kunden in meinem Sportstudio verloren habe. Wir mussten ebenso die Dreharbeiten für das aktuelle Video verschieben. Aber Gott sei Dank wurden die Verbote im Mai gelockert, so dass wir noch pünktlich zum Album-Release waren. Als Corona anfing, fuhr ich zu einem Sommer-Aufenthaltsort, der auf einer Insel liegt. Hier bin ich jetzt seit circa vier Monaten. Es gibt hier eine Menge Arbeit am Haus und im Wald. Ich habe mir einen Sandsack aufgehängt, damit ich mit meinem Box-Training weitermachen konnte. Harte Zeiten, aber es ist wirklich schön hier. Ich liebe es, in der Natur umgeben vom Meer zu sein.

Steve: Du schauspielst öfter für Filme und arbeitest als Stunt-Frau. Gibst Du uns ein paar Worte dazu?

Jessica: Mit der Stunt-Arbeit begann ich im Jahr 2008. Da ich das Schauspielern und Kampfsport liebe, ist das eine perfekte Kombination. Es öffnete ebenso eine ganze Menge Türen für das Schauspielern und das Singen. Es inspirierte mich für den richtigen Kampfsport, und ich begann Wushu Kung Fu-Training im Jahre 2010. Ein paar Jahre später entdeckte ich die Faszination für das Kick-Boxing.

Steve: Auf dem H.E.A.T. Festival habe ich auf der Bühne gesehen, wie Du Kick-Boxtritte in Richtung Gitarrist abgefeuert hast. Er wirkte etwas irritiert. Oder habe ich das falsch erkannt?

Jessica: Nein, er war nicht irritiert. Der Tritt war wohl das Einzige an Choreographie, das es damals auf der Bühne gab. Sobald es ein bisschen Platz auf der Bühne gibt, kann ich sogar gefährlichere Tritte ausführen… einfach so… ohne dass eine Person weiß, das er kommt.

Steve: Für Deine neue Single hast Du tatsächlich eine Action Video gedreht. Kannst Du etwas über die Produktion, die Idee dahinter und der Herausforderung erzählen?

Jessica: Ich wollte immer einen ordentlichen Stuntfilm als Video umsetzen. Aber es war nie der richtige Ort, die richtige Zeit oder der richtige Song. Dieses Mal passte alles. Die Idee hinter „Superhero“ ist, dass jeder irgendwie Hilfe braucht oder einen „Helden“. In meiner Beziehung bin ich immer die „Verrückte“, wenn es um Kampfsport oder extreme Sportarten geht. Aber mein Ehemann wird immer mein Held sein. Ich wollte das im Video rüberbringen und natürlich die Kämpfe. Also fragte ich meinen Mann, ob er im Video auftreten würde. Ich hätte auch einen Schauspieler für diese Rolle engagieren können, aber das wäre nicht dasselbe gewesen. Ich wollte etwas von meinem echten Leben mit einbringen.

jessica wolffSteve: Du hast eine Menge toller Fotos im Booklet. Eine weitere Karriere in Aussicht?

Jessica: Ich liebe es, Foto-Shootings zu planen. Es ist irgendwie ein bisschen wie ein Lied zu schreiben. Für dieses Shooting nahm ich mein Hochzeitskleid und einen großen Würfel, um dem Albumtitel gerecht zu werden. Vor der Kamera macht es eine Menge Spaß. Es ist wie Schauspielern und Singen zugleich. Es geht sich alles darum, ein gewisses Feeling oder Laune vor der Linse zu präsentieren.

Steve: Wie sehen Deine Zukunftspläne aus?

Jessica: Ich bin im Herbst mit meinen Schauspielstudien fertig. Danach blicke ich auf eine Handvoll Stunt-Jobs. Ich werde weiterhin als Personal-Trainer arbeiten. Sobald die Zeit das Touren erlaubt, wird das meine Priorität haben.

Steve: Danke für Deine Zeit.

Jessica: Ich danke Dir.

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Autor: Steve Burdelak