EISENHAUER - Nicht aufgeben und weiter kämpfen!


Auf den für ihren Stil eher ungewöhnlichen Namen Eisenhauer hört diese Combo aus Kaufbeuren in Bayern, die eine obskure Mischung aus Heavy- und Doom Metal spielt und gerade ihr zweites Album „Blessed Be The Hunter" veröffentlicht hat. Die Band ist purer Underground, und ich könnte sie mir gut auf den üblichen kleinen Festivals im Billing vorstellen. Ich sprach mit Gitarrist und Sänger Christian „Waxe" Wagber über den Werdegang der noch recht unbekannten Band.

logoDaniel: Hi Christian! Na, alles klar? Lass uns mal ganz von vorne beginnen: Wie kam es 2007 zur Gründung von Eisenhauer?

Christian: Hallo Daniel! Genau, Eisenhauer gibt es seit 2007. Unser Line-up besteht seit 13 Jahren aus Simon Bihlmayer (Gitarre), Thomas 'Ase' Aschermann (Bass) und Johann Bechteler (Schlagzeug) und mir Christian 'Waxe' Wagner (Gesang /Gitarre). Nach einem kleine Auftritt, auf dem ich ein Akustikset mit Coversongs gespielt hatte, meinten Ase und Johann: „Hey, du kannst ja singen. Lass uns die Tage mal jammen“. Die beiden kenne ich seit meiner frühesten Jugend. Ein paar Wochen später war dann auch schon Simon als Sologitarrist mit am Start. Zu Beginn trafen wir uns zum Jammen und um frühe Songs von Iron Maiden, Metallica, Slayer und Pantera zu zocken. Irgendwann brachte ich dann den ersten eigenen Song „Black Wings Of A Crow“ mit. Von da an arbeiteten wir nur noch an eigenem Material. 2012 haben wir unser erstes selbst produziertes Album „Never Surrender" veröffentlicht. Auf dem ersten Album kann man neben anderen auch noch die oben genannten Einflüsse hören. Heute würde ich dieses Album eher als erstes Demo bezeichnen. Im Laufe der Zeit haben wir immer mehr an unseren eigenen Songs gearbeitet und unseren eigenen Stil entwickelt. Mit Hilfe von Freunden haben wir 2015 die EP „Horse Of Hell" veröffentlicht und am 6. Juni 2020 erschien unser neuestes Album „Blessed Be The Hunter".

Daniel: Hattet Ihr zuvor schon in anderen Bands gespielt?

Christian: Wir alle hatten schon seit frühester Jugend in einigen nicht großartig erwähnenswerten Bands gespielt, allerdings nie zusammen.

Daniel: Wie seid Ihr auf den irreführenden Bandnamen Eisenhauer gekommen? Ihr gehört doch weder der Neuen Deutschen Härte an noch habt Ihr deutsche Texte.

Christian: Stimmt. Wir haben alle keinerlei Berührungspunkte mit dieser Musik und für uns braucht klassischer Metal einfach englische Texte. Trotzdem fanden und finden wir, dass sich ein deutscher Name etwas mehr von der Masse abhebt und wir dadurch in diesem Bereich ein gewisses Alleinstellungsmerkmal haben. Außerdem haben wir uns noch nie groß darum geschert, was andere denken.

Daniel: Glaubst Du nicht, dass Ihr mit einem passenderen Namen eher die Leute erreichen könntet, die Eure Musik auch gut finden?

Christian: Das glaube ich nicht. Schließlich erreichen wir die Leute ja eher über unsere Musik. Ich glaube auch nicht, dass man mit dem tausendsten Namen in dem sämtliche Metal-Klischeewörter vorkommen, mehr Leute erreicht. Ich höre heraus, dass Du unseren Namen irreführend und unpassend findest. Ehrlich gesagt, bist Du da der erste, der mir diese Fragen stellt. Wir finden unseren Namen stark, er klingt gut, und nach 13 Jahren werden wir uns wohl kaum einen neuen zulegen. Die Frage ist doch: „Wie ist es, wenn dir ein Keiler mit Eisenhauern den Arsch aufreißt?“. Das ist unsere Art von Humor, haha!

Daniel: Welche Bands zählen zu Euren Haupteinflüssen?

Christian: Einige unserer absoluten Favoriten sind Black Sabbath, Dio, Mercyful Fate, Trouble, Manilla Road, Angel Witch, Cro-Mags, Danzig und Slayer. Simon ist ein großer Rage-Fan. Johann steht total auf Sacred Reich, und ich mag große, dunkle Stimmen wie Jim Morrison und Johnny Cash.

eisenhauerDaniel: Worum geht es genau in Euren Texten?

Christian: Das Thema „Nicht aufgeben und weiterkämpfen“ zieht sich wie ein roter Faden durch meine Texte. Ich mag auch Mythologien und spiele mit ihren Bildern, lasse aber Raum für Interpretationen. Für mich spielen vor allem die germanisch-nordische Mythologie, eine enge Beziehung zur Natur und zu unserer Ahnenwelt eine große Rolle. Ich mag es, meine Geschichten und Themen in einem alten Gewand zu bringen. In mehreren Rezensionen dachten die Autoren, dass „Ode To The Hammer" ein Kriegslied sei. Leider wird dies falsch interpretiert. Es ist ein Versprechen an meine Söhne, ihnen eine bessere Welt zu hinterlassen. Normalerweise möchte ich, dass die Leute meine Texte für sich selbst interpretieren. Aber in diesem Fall möchte ich es korrigieren.

Daniel: Ich finde das Artwork total geil! Von wem stammt es? Und wie bist Du mit dem Künstler in Kontakt gekommen?

Christian: Danke für das Kompliment! Wir sind auch sehr glücklich, den großen Maler, Grafiker und Fotografen Gabriel Turner Byrne als Freund zu haben. Er wohnt wie wir in Kaufbeuren und hat bereits Cover unter anderem für Drawn And Quartered, Blood Ritual und Necronoclast gemalt. Ich lernte Gabriel auf einer Party kennen. Wir sind gleich alt und merkten schnell, dass wir so ziemlich die gleiche musikalische Entwicklung hinter uns hatten; ich hier in Deutschland und er in Tucson, Arizona, wo er aufgewachsen ist. Wir standen von der ersten Idee und Skizze bis zum fertigen Ölgemälde und dem kompletten Booklet in ständigem Kontakt mit ihm. Das Cover von „Blessed Be The Hunter“ zeigt genau die erste Strophe aus dem Song „Ghost Warrior". In dem unser Held aus dem Reich der Toten zurückkommt, um sich zu rächen. Das große Wildschwein ist sein Totemtier, das ihn begleitet. Gabriel hat unsere Ideen perfekt umgesetzt und dem Album mehr als ein würdiges Cover-Artwork gegeben.

Daniel: Ihr habt sowohl die CD als auch die LP in Eigenregie – also ohne Label im Rücken – veröffentlicht. War das nicht sauteuer? Und gab es kein geeignetes Label, das an einer Veröffentlichung interessiert gewesen wäre? Doomiger Epic Metal ist doch momentan total im Underground angesagt…

Christian: Das stimmt so nicht. Wir sind mit „Blessed Be The Hunter“ bei dem kleinen aber feinen Underground-Label Rafchild Records unter Vertrag. Welches auch die Herstellungskosten der Tonträger übernommen hat. Die Studiokosten und das gesamte Cover-Artwork geht allerdings auf unsere Kappe. Ich denke, ohne eigenen Einsatz und viel „Do It Yourself“ wird es schwer für Bands auf unserem Bekanntheitslevel, Alben zu veröffentlichen.

Daniel: Spielt Ihr eigentlich auch live? Oder reicht es Euch, ab und zu mal ins Studio zu gehen und ein Album aufzunehmen?

Christian: Natürlich spielen wir auch live. Das Problem ist nur, an gute Gigs zu kommen und nicht unbedingt 500 km für zehn zahlende Gäste zurückzulegen. Aber damit sind wir nicht allein. Wir hoffen, mit dem Label im Rücken, auf jeden Fall ein paar neue Locations live zerlegen zu können.

Daniel: Seit 2013 spielt Simon Bihlmayer bei Euch, den ich von Running Death her kenne. Kanntest Du seine Band vorher schon? Und kam es schon zu Überschneidungen bei Anfragen von Gigs? Habt Ihr vielleicht sogar auch schon mit beiden Bands zusammen irgendwo gespielt?

Christian: Ich weiß nicht, woher du diese Angabe hast, aber sie ist falsch. Simon spielt seit 2007, also von Anfang an, bei Eisenhauer. Ja, ich habe seine Band schon vorher wahrgenommen. Seine Schwester kenne ich allerdings schon viel länger. Bisher haben wir es ganz gut hinbekommen, dass es zu fast keinen Überschneidungen gekommen ist. Gemeinsame Gigs haben wir bisher vermieden, da Simon bisher nicht so viel Lust auf diese Doppelbelastung hatte. Falls es heuer noch möglich ist, werden beide Bands für die 6. Heavy X-Mas Night in unserer Heimatstadt Kaufbeuren zum ersten Mal auf einer Bühne spielen.

eisenhauerDaniel: Wie sehen Eure Zukunftspläne mit Eisenhauer aus?

Christian: Wir versuchen, sobald es wieder möglich ist, so viel live zu spielen wie es nur geht, um möglichst viele Leute mit unserer Musik zu erreichen. Wir werden neue Songs schreiben und die Maschine am Laufen halten.

Daniel: Vielen Dank, Christian! Das Schlusswort gehört Dir!

Christian: Erst mal vielen Dank für das Interview! Bleibt alle gesund, und ich hoffe, wir sehen uns möglichst bald live wieder. Hört Euch in der Zwischenzeit mal unser Album „Blessed Be The Hunter an“. Es lohnt sich!!!

Heavy Salutations to all Eisenheads – EISENHEADS UNITED

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Autor: Daniel Müller