Heute steht mal eine etwas andere Stilrichtung in Sachen Musik an. Die Bezeichnung Dark Pop oder auch Alternative Pop beschreibt das Genre der Protagonisten, die wir gleich live erleben dürfen. Wie gänzlich falsch diese Einschätzung zumindest für den Headliner ist, wird sich im Verlauf des Abends deutlich zeigen. Die Zahl der Fans hat auch um einiges zugenommen. Spielte die Band im Oktober 2023 noch vor einer Handvoll Leuten im Kölner Club MTC, ist der heutige Gig im Helios37 restlos ausverkauft. Vor der Venue haben sich schon eine Menge Fans versammelt, die teilweise alle Deutschland oder auch Europa Konzerte der Truppe begleiten. So geht dann auch beim Einlass direkt der Run auf die besten Plätze in der Front-Row los. Eine Absperrung oder einen Fotopit gibt es leider nicht, was die Pressearbeit zusätzlich zum dürftigen Licht erschwert. Dafür glänzt man wie üblich mit Unmengen an Nebel. Ein wenig wundert es mich, dass auf der Bühne bereits die Setlisten des Headliners liegen, sollte es etwa keinen Support geben? Auch die restliche Ausstattung ist eher spärlich. Man wird sehen.
Punktum geht es jetzt los. Und es gibt doch einen Support, eine junge Lady in Shorts und Basecap entert die Bühne. Unter dem Namen Bodyimage, bedient Cait Cole aus Los Angeles einen Digitalen Mixer, der ihre Hintergrundmusik abspielt. Ursprünglich ist Bodyimage wohl ein Duo, aber die im weltweiten Netz zu findenden Informationen dazu sind mehr als dürftig. Auch die optische Präsenz ist nicht gegeben, da die extrem reduzierte blaue oder wahlweise rote Beleuchtung inmitten einer Nebelwand nicht viel von dem Geschehen auf der Bühne preisgibt. Ehrlich gesagt packt mich aber auch die Musik nicht wirklich an, viel Bassgestampfe, im mäßigen Sound kurz vom Kollaps. Alles ohne Live Musiker, nur aus der Konserve, mal vom Gesang abgesehen. Das ist wohl der alternative Pop, gut muss man mögen, aber im Publikum sind eine Menge Menschen die begeistert mitgehen und das Mädel abfeiern. Eine gute halbe Stunde heizt sie so die Meute für den Headliner auf.
Da der Umbau sich lediglich darauf bezieht, den digitalen Mischer beiseite zu stellen, geht es auch zügig weiter. Nun stürmen DeathbyRomy zu den Intro-Klängen von „California Dreaming“ auf die Stage und geben direkt Gas. Die Besetzung von 2023 ist gleichgeblieben und Drummer Batz hämmert schon mit freiem Oberkörper, während Cheska Zaide am Bass, Gitarristin Jayden Hammer und die Namensgeberin Romy Maxine Flores, in plüschigen Kapuzenjacken loslegen. Da läuft mir schon vom Hinsehen der Schweiß den Rücken hinunter, vor allem weil die Location die Klimaanlage nur in den Pausen betreibt. Und so währt es auch nicht allzu lange und die warmen Teile werden abgestreift. Was bleibt sind knappe Röckchen und Bikini Oberteile, sowie Netzstrümpfe, Nieten, Piercings und eine Menge Tattoos. Und wer jetzt immer noch glaubt Dark Pop zu hören, dem zersägen die Gitarrenriffs von Jayden gepflegt das Trommelfell. Irgendwo an der Grenze zum Metal agiert diese Kapelle live, weit weg von den Studioaufnahmen der bisher veröffentlichten Alben. Logischerweise tut sich daher schnell ein Moshpit auf.
Jetzt ist aber erst einmal Dauerfeuer auf der Bühne angesagt, ständige Interaktion mit den Fans und alles andere als statische Bühnen-Präsenz. Es geht richtig ab, die drei Mädels flitzen über die Bühne und rocken was das Zeug hält. Bandchefin Romy ist ständig in Bewegung, hält dem Publikum das eine oder andere Mal provokativ ihre Kehrseite hin, geht in die Knie, liegt auf dem Rücken und hat sichtbar Spaß. Klar das so eine Show ankommt und gefällt. Zwischendurch klettert sie die dann mal eben an den seitlichen Traversen hoch und singt von dort aus. Ein echter Rockstar eben! Nebenbei thematisiert Ihre Musik Dinge wie Angst, Depression und Selbstmord. Diese Themen haben auch zu dem Bandnamen geführt, da sie diese Problematik teilweise selbst erlebt hat. Auch ihre Herkunft, die Familie des Vaters stammt aus Mexiko, während die Mutter Europäerin ist, legen sicherlich ein wenig den Grundstein für die traditionelle Auseinandersetzung des Zusammenspiels von Leben und Tod.
So geht es weiter durch das Set, die beiden Saitenhexen Jayden und Cheska sind absolut aufeinander eingespielt und liefern ein solides Fundament für Romys kraftvolle und facettenreiche Stimme. Zwischendurch gibt sie ein alles andere als positives Statement gegen Präsident Trump und hat damit natürlich den Saal auf ihrer Seite. Was man von der aktuellen Regierung in Amerika hält, zeigen auch eindrucksvoll die Mittelfinger der Musikerinnen. Und auch die Support Lady darf ein Stück mitsingen, die dann in einer heftigen Umarmung mit Romy endet. Dann gibt es einen kurzen Mikrofonausfall, nach dem brachial gespielten „City Of Angels“, aber ruck zuck ist Ersatz da. Und weiter geht die wilde Fahrt. Irgendwann animiert Romy die Leute wieder zu einem Moshpit um kurzum selber darin einzutauchen, sowas nenne ich Fan Nähe. Zu erwähnen sind natürlich auch die Gesangeinsätze der beiden Saitenhexerinnen, bei einem Song dann sogar alle drei Damen zusammen, nur mit Schlagzeug und elektronischer Begleitung. Nun geht auch die schönste Show irgendwann zu Ende, auch wenn das Adrenalin in Strömen fließt ebenso wie der Schweiß. Jetzt noch eine Zugabe, der Song „Day I Die“ und DeathbyRomy verlassen die Bühne, mit dem Versprechen gleich am Merchandise Stand zu erscheinen. Und sie halten es auch ein, ein großes Plakat davor sagt, wer einen Merchandise Artikel kauft, bekommt auch ein Foto mit der Band. Das wird von den Ladies geflissentlich ignoriert, denn jeder der in der Schlange steht wird herzlich begrüßt und umarmt. Eine gelungene Show und ein liebevoller Umgang mit den Fans, dürfte die Zahl der Follower schnell weiter ansteigen lassen.
Setlist: Intro (California Dreaming), See You On The Other Side, XXXhibitionist, I Feel Like God, I Kill Everything, La La Land, Hate Party, City Of Angels, Saint, Crash, Little Dreamer, Corpse Kiss, Vicious Bliss, Burn This City, Guerra, Hellhound, No Mercy, Kill Or Be Killed, Pray To Me, Day I Die











































