SUPERTRAMP - SAME

| Label: | A & M |
| Jahr: | 1970 |
| Running Time: | 47:50 |
| Kategorie: |
Classics |
Wie auch schon vor ein paar Wochen im Falle von Golden Earring hatte ich auch bei Supertramp immer schon vorgehabt, ein Classic Review zu schreiben. Erneut kommt es erst durch einen aktuellen Todesfall in der Band dazu. Supertramp haben zwischen 1970 und 1997 elf Studio-Alben und zwei Live-Alben veröffentlicht. Ich muss zugeben, dass ich mich mit ihrer kommerziellen Phase (ab 1974) nach wie vor sehr schwertue und ihre Radio-Hits fast allesamt anstrengend finde, was nicht zuletzt an den außergewöhnlichen Songstrukturen, dem Saxofon und dem Falsettgesang liegt. Diese Phase ist bei den Fans jedoch am beliebtesten. Auch wenn mir die erste Platte bei den meisten Bands nicht am besten gefällt, ist das beim Debüt von Supertramp anders. Die langjährige klassische Erfolgsbesetzung war hier noch nicht zusammen. Ein eigener Stil war noch nicht gefunden. Während die Band eigentlich allgemein als Pop-/Rock-Band bekannt ist, wird hier noch Progressive Rock-/Artrock gespielt. Der Opener „Surely“ dauert nur dreißig Sekunden und enthält lediglich Piano und Gesang. Der eigentliche Opener „It´s A Long Road“ beginnt relaxt und bluesig, bevor man mit progressiven Spielereien punktet. Besonders der Einsatz der Hammond-Orgel gefällt. „Aubade“ dient mit knapp einer Minute Spielzeit als Intro zu „I Am Not Like Other Birds Of Prey“, das ruhig und melancholisch daherkommt. Das verträumte „Words Unspoken“ erinnert an Genesis in der Frühphase mit Peter Gabriel. Übrigens ist dies ein passender Vergleich dieses Albums im Allgemeinen. Jedoch werden Supertramp hier nie so verrückt ausarten wie ihre englischen Kollegen.
„Maybe I´m A Beggar“ beginnt erneut ruhig mit einem Flageolet-Intro, rockt aber richtig gut ab der Bridge. Supertramp sorgen immer wieder mit Nadelstichen für Aha-Effekte. Mit „Home Again“ beendet ein erneut kurzes Stück (das insgesamt dritte) die A-Seite. „Nothing To Show“ rockt wieder etwas mehr. Beim „Shadow Song“ geht es mit Piano und Gesang wieder in die alte Genesis-Richtung. Wie bei vielen Progressive Rock-Alben in den Siebziger Jahren gibt es auch hier zum Schluss hin einen Longtrack. „Try Again“ beginnt mit Flöten, steigert sich im weiteren Verlauf und punktet mit viel Abwechslung. Supertramp schaffen es, spielerisch gut und dennoch immer eingängig zu sein, mal den Hörer verträumt in Trance zu spielen und ihn dann mit rockigen Ausbrüchen wieder aufzuwecken. Am Schluss gibt es noch einmal „Surely“, allerdings in einer dreiminütigen Version. Somit umgarnt der Song in zwei verschiedenen Versionen das Debüt am Anfang und am Ende, sodass man das Gefühl hat, einem Konzept-Album zu lauschen (tatsächlich ist es das aber nicht). Der kürzlich verstorbene Rick Davies singt hier lediglich zwei Songs mit Roger Hodgson im Duett. Auf den späteren, erfolgreichen Alben teilen sie sich den Leadgesang je zur Hälfte. Wer Bands wie Genesis (Peter Gabriel-Phase), alte Barclay James Harvest, Starcastle, Yes oder King Crimson (die beiden letzteren aber in deutlich weniger verrückt!) mag, dem sollte das Debüt von Supertramp gefallen, auch wenn er – so wie ich – mit den Radio-Hits so seine Probleme hat.
Tracklist:
Side 1:
Surely (0:30)
It´s A Long Road (5:26)
Aubade (0:48)
And I Am Not Like Other Birds Of Prey (4:28)
Words Unspoken (3:58)
Maybe I´m A Beggar (6:48)
Home Again (1:14)
Side 2:
Nothing To Show (4:55)
Shadow Song (4:20)
Try Again (12:03)
Surely (3:08)
Line-Up:
Richard Davies – Organ, Piano, Harmonica, Vocals
Roger Hodgson – Acoustic Guitar, Bass, Flute, Cello, Flageolets, Vocals
Richard Palmer – Acoustic Guitar, Electric Guitar, Balalaika, Vocals
Robert Millar – Drums, Percussion, Harmonica
Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































