RUPHUS - NEW BORN DAY


Label:POLYDOR
Jahr:1973
Running Time:41:04
Kategorie: Classics
 

Ruphus war eine Jazzrock-Band aus Norwegen, die zwischen 1972 und 1980 aktiv war und in dieser Zeit sieben Studio-Alben veröffentlicht hat. Ab der dritten Langrille „Let Your Light Shine“ (1976) wurde ihr Sound sehr ruhig (mehr Smooth Jazz als Rock; mit seichtem Frauengesang). Von da an gefiel mir persönlich kein einziges ihrer Alben mehr. Die ersten zwei sind jedoch richtig geil! Das Debüt „New Born Day“ aus dem Jahr 1973 bot richtig guten englischen Orgel-Rock. Sieben Songs waren hier enthalten, die alle recht lang ausgefallen sind (fünf bis fast neun Minuten). Allein der Opener „Coloured Dreams“ kann schon alles! Das Anfangsriff ist cool und eingängig und wird von einer prägnanten Hammondorgel unterstützt. Dazu gesellt sich Männer- und Frauengesang, meistens synchron im Duett. Sänger Rune Sundby erinnert an David Byron von Uriah Heep, Sängerin Gudny Aspas wie eine weniger schroffe Version von Janis Joplin. Die abwechselnd rockigen und ruhigen Passagen, die sich immer wieder abwechseln, sorgen für einen spannenden Songaufbau. „Scientific Ways“ ist ruhig gehalten. Hier klingen beide Stimmen zusammen ziemlich disharmonisch. Keine Ahnung, ob das Absicht war. Aber es klingt dennoch gut. „Still Alive“ ist wohl der beste Track des Albums. Wie sich Gitarre, Bass und Orgel gegenseitig duellieren, ist schon geil. Dazu gibt es vom Schlagzeuger jazzige Spielereien. Das ist Siebziger Progressive Rock in Reinkultur!

„The Man Who Started It All“ beginnt ruhig mit besinnlichen Pianoklängen und Flöten, bevor es im galoppierenden Rhythmus weitergeht. Auch hier gibt es im Mittelteil leicht schiefen Satzgesang. Aber die Instrumentierung lässt den Hörer darüber hinwegsehen. „Trapped In A Game“ mit kurzem Drum-Intro und cooler Orgel-Figur kommt wieder sehr progressiv daher. Der Titeltrack beginnt ruhig mit dem Tasteninstrument, steigert sich aber auch wieder zu einem stampfenden Prog-Monster. Zum Schluss gibt es mit „Day After Tomorrow“ den längsten Song des Albums, erneut mit vielen progressiven Spielereien. Die Produktion klingt erdig und klar zugleich. Man kann alle Facetten gut raushören. Die Symbiose aus Hard Rock, Prog Rock und Artrock ist fließend. Ruphus punkten mit viel Ideenreichtum und schaffen es, trotz vieler Spielereien immer eingängig und nachvollziehbar zu bleiben. Man merkt den Norwegern an, dass sie spielerisch mächtig was auf der Pfanne haben. Sie arbeiten aber songdienlich und frickenln nicht alles kaputt. Ebenfalls positiv zu erwähnen ist, dass sie mich an viele andere Bands erinnern, ohne sic jedoch abzukupfern. Sie klingen immer eigenständig. Ruphus befanden sich auf ihrem Debüt irgendwo in der Schnittmenge zwischen Uriah Heep, Deep Purple, Birth Control, Van Der Graaf Generator, Gentle Giant, Nektar und Beggars Opera. Muss man haben, wenn man Siebziger Progressive Rock liebt! Eine Vinylversion ist ratsam, da auch das Artwork einfach mal alles kann!

Side 1:
Coloured Dreams (4:07)
Scientific Ways (6:02)
Still Alive (4:38)
The Man Who Started It All (5:31)

Side 2:
Trapped In A Game (6:09)
New Born Day (5:45)
Day After Tomorrow (8:52)

Line-Up:
Gudny Aspås – Vocals
Rune Sundby – Acoustic Guitar, Saxophone, Vocals
Hans Petter Danielsen – Guitar
Kjell Larsen – Guitar, Flute
Håkon Graf – Organ, Piano, Vibraphon
Asle Nilsen – Bass, Flute
Thor Bendiksen - Drums

 

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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