GLENN HUGHES - CHOSEN


Label:FRONTIERS
Jahr:2025
Running Time:50:48
Kategorie: Neuerscheinung
 

Den britischen Sänger und Musiker Glenn Hughes muss man nun wirklich nicht mehr vorstellen. Seine History umfasst unter anderem Bands wie Trapeze, Deep Purple, Tony Iommi (Black Sabbath), Phenomena natürlich und viele mehr. Aber selbstredend auch ein permanentes Schaffen als Solokünstler mit dem Ertrag unzähliger Veröffentlichungen. Allerdings ist das letzte Studio-Soloalbum fast zehn Jahre her, somit wurde es Zeit für ein neues Werk, welches nun ansteht mit dem Titel „Chosen“ .Glenn Hughes kehrt sein Inneres lyrisch wieder mal nach außen und hat sich dafür erlesene Musiker wie Soren Andersen (Guitars), Ash Sheehan (Drums) und Bob Fridzema (Keyboards) ausgesucht. Und der gute Glenn präsentiert uns mit mittlerweile bereits vierundsiebzig Jahren eine feine Auswahl an zehn Tracks, die sein bisheriges Musikerleben atmen und zelebrieren. Das reicht von knackigem Hard Rock über RnB, hin zu souligne Momenten bis zu funkigem Groove. Letzteren erlebt man auch gleich im Opener „Voice In My Head“, mit leicht giftigem Touch im Refrain, dem aber die immer noch die faszinierenden Vocals des Glenn Hughes das gewisse Etwas verleiht. Der Mann ist einfach noch total gut bei Stimme und der Wiedererkennungswert nach wie vor sehr hoch. Auch die gospelartigen Chor-Momente stimmen auf ein tolles Album ein.

Dieser Release führt eine Vielzahl an verschiedenen Rock-Spielarten mit sich. Funk und Soul bereits im Opener angesprochen, setzt „My Alibi“ eine progressive Unternote mit ein. Geliefert von atmosphärischen Keyboards und Gitarren, aber auch dem gewürzten Refrain. Ebenso gibt es natürlich Hookline-Granaten wie „Chosen“, eingängige Hard Rock Prisen à la „Heal“ und natürlich auch mal eine balladeske Weise wie bei „Come And Go“. So und nicht anders wird eine unaufgesetzte, wunderbare Ballade gebracht, meine Damen und Herren. „Hot Damn Thing“ besitzt einen leicht verruchten Charakter und geizt nicht mit Street Rock ´n´ Roll. Das langsamste und fast schon in Tony Iommi-Doom wandernde Stück nennt sich „The Lost Parade“, hätte vielleicht nicht unbedingt auf „Seventh Star“ gepasst, darf aber schon ein wenig Black Sabbath-Luft der End-90er atmen.

Feinster Weise dürfen wir auch noch längst verschollene Mellotron-Klänge genießen, aufgefahren beim stimmigen „In The Golden“. Nennt man eine Veröffentlichung wie „Chosen“ nun Alters-Werk ? Nein, das würde den Tunes und Ideen des Glenn Hughes auch anno 2025 nicht gerecht werden. Der Mann braucht keine Altersmilde, die Kompositionen sind großartig gestaltet und interpretiert, sowie starke Ausrufezeichen, für was Glenn Hughes schon immer gestanden hat. Vielseitige, anspruchsvolle Rockmusik mit granatenstarker Stimme veredelt. Kann man nur empfehlen. „Chosen“….eine gute Wahl.

Note: 8.5 von 10 Punkten
Autor: Erich Robbers


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