Heute geht es entspannt nach Köln, zum dortigen E-Werk. An einem Sonntag fährt es sich trotz der Vielzahl an Baustellen auch wesentlich entspannter als Wochentags. Vor der Venue tummeln sich eine Handvoll Zuschauer, recht spärlich denke ich noch so. Ob nur so wenige Tickets verkauft worden sind? Aber das war wohl eher dem eisigen Wind geschuldet, denn zu Showbeginn war die Halle mit gut Eintausendneunhundert Seelen gefüllt, also kurz vor Sold Out. Die Bühne war schon hübsch dekoriert mit vielen Pflanzentöpfen und einem umfangreichen Instrumentarium. Besonders wohltuend empfinde ich auch, dass nicht schon vor Beginn alles im dichten Nebel verschwindet. Doch den gab es heute, wenn überhaupt, nur in homöopathischer Dosierung. Dafür ein geniales Bühnen-Licht vom Feinsten.
Auf den Punkt genau, trotz der gerade erfolgten Uhrumstellung auf Winterzeit, erscheinen nun die Musiker um Son Little auf der Bühne. Der Frontmann heißt eigentlich Aaron Earl Livingston und stammt aus Los Angeles, Kalifornien. Als Son Little bewegt sich der Singer-Songwriter und Musikproduzent im Soul, Blues und Jazz Bereich. So ein bisschen von allem, schön bunt gemischt. Mir war er bislang unbekannt, was aber auch daran liegt, das seine Musik nicht unbedingt meinen Geschmack trifft. Das anwesende Publikum honorierte die Darbietung des Trios an Keyboard, Schlagzeug und Gitarre allerdings mit ordentlichem Applaus. So gesehen waren die ersten Stücke auch recht entspannt. Nur änderte es sich im Laufe der vierzig Minuten Spielzeit zunehmend in eine Art experimentellen Jazz. Ich habe gar nichts gegen Jazz, aber wenn die Struktur fehlt bin ich raus. Das ändert natürlich nichts an dem Können der drei Musiker. Sie spielen absolut hervorragend.
Setlist: O Me O My, Whip The Wind, Lay Down, Mad About You, Neve Give Up, About Her Again, The Middle
Flugs geht der Change Over von der Hand und schon stehen Larkin Poe auf der wunderschön hergerichteten Bühne. Die Schwestern aus Atlanta und ihre Mitmusiker rocken dann auch gleich los. Wie üblich ist Megan Lovell voll konzentriert ihre Slide Gitarre am Bearbeiten, während Schwester Rebecca sich wie gewohnt dem Publikum widmet. Vor fast exakt zwei Jahren hatte ich die beiden Damen genau hier schon einmal live erleben dürfen, diese Show wurde seinerzeit vom WDR für die Serie Rockpalast aufgezeichnet. Heute fehlen die Filmkameras und ich habe den Eindruck, dass alles etwas ungezwungener und lässiger geht.Ein echter Hingucker ist sowieso die Bühnendekoration, ein riesiges Backdrop voller Blüten, dazu die leuchtenden Pflanzen in Töpfen rund um das Equipment und jede Menge durch Bühnenscheinwerfer und LED-Säulen stilisierte Lichtblumen in wechselnden Farben.Überhaupt ist die Lichtshow extrem gut, hier sitzen mal Leute an den Reglern die ihr Handwerk verstehen.Logischerweise auch sehr zur Freude der anwesenden Fotografen, die heute in großer Zahl erschienen sind. Unnötig zu erwähnen, wie versiert die Mädels ihre Lieder zum Besten geben.
Man merkt direkt, wieviel Spaß sie dabei empfinden. Immerhin bringen sie es seit der Bandgründung im Jahr 2010, bereits auf neun komplette Alben und einige EPs. Die heutige Setlist beschränkt sich aber hauptsächlich auf Songs der beiden letzten Alben „Bloom“ und „Blood Harmony“, eine umfangreichere Werkschau würde selbstredend den Zeitrahmen sprengen. Obwohl ich schon gerne die eine oder andere ältere Nummer von den Ladies gehört hätte. Die Zuschauer, von denen ein großer Teil schon nicht mehr so ganz taufrisch ist, feiert dafür jeden Ton der da von der Bühne kommt, mit jubelndem Applaus. Und wie schon vor zwei Jahren, gibt es auch dieses Mal einen Akustik Teil inmitten der Show. Jetzt ist Gruppenkuscheln angesagt, denn alle Musiker stehen dicht beieinander und intonieren die vier Stücke. Hier beweist Rebecca einmal mehr ihre Vielseitigkeit, indem sie unterschiedliche Saiteninstrumente für jeden der Songs spielt. Ob Banjo, Mandoline oder Akustik Gitarre, alles schüttelt sie lässig aus dem Ärmel.
Und nicht zu vergessen, wenn mit Strom gespielt wird, natürlich die Stratocaster und eine Lap-Steel Gitarre. Was mir damals schon aufgefallen ist, Rebecca scheint aber auch den deutlich härteren Klängen nicht abgeneigt zu sein, oder hat zumindest eine Affinität dazu. Anders kann ich mir ihren häufigen Einsatz der „Pommes Gabel“ nicht erklären. Sei es drum, jedenfalls erleben die fast zweitausend Fans im ehrwürdigen E-Werk eine grandiose Show, die es auf satte anderthalb Stunden Spielzeit bringt. Für Amerikaner schon bald ungewöhnlich Schlussendlich gibt es mit „Bloom Again“ dann noch eine Zugabe on top, bevor das Outro erklingt und die Show zu Ende ist. Positiv hervorzuheben ist der Umstand, das hier am Merchandise nicht gnadenlos abgezockt wird. Shirts und Tonträger sind deutlich günstiger, als mittlerweile bei vielen anderen Bands.
Setlist: Nowhere Fast, Mockingbird, Easy Love Pt. 1, Summertime Sunset, Bluephoria, If God Is A Woman, Deep Stays Down, Southern Comfort (Akustik), Little Bit (Akustik), Mad As A Hatter (Akustik), Devil Music (Akustik), Bad Spell, Pearls, Wanted Woman - AC/DC, Bolt Cutters & The Family Name, Bloom Again











































