
Daniel: Hallo Maya! Bitte erzähl uns doch zunächst von den Anfängen von Cold In Berlin! Wann und wie kam es zur Gründung?
Maya: Alles begann, als Adam und ich und getroffen hatten. Wir beschlossen, ein wenig Krach zu machen und begannen, gemeinsam zu spielen. Ein paar Jahre später zogen wir nach London, und Cold In Berlin waren geboren. Wir lernten dann Lawrence und später Alex kennen. Ich bin immer noch so glücklich darüber, dass wir alle zusammengefunden haben!
Daniel: Hattet Ihr zuvor schon in anderen Bands gespielt?
Maya: Ich hatte eine Band namens Death Cigarettes mit Adam, was sehr punkig und low-fi war. Lawrence und Alex waren aber auch schon in anderen Bands aktiv, bevor sie zu uns stießen. Cold In Berlin bringt alle unsere verschiedenen Einflüsse zusammen, die wir mögen. Und ich kann wirklich etwas Dunkles und Wunderbares ausdrücken.
Daniel: Lüfte doch mal bitte das Geheimnis Eures Bandnamens! Welchen Bezug hat eine englische Band zu Berlin? Woher kommt diese Inspiration?
Maya: Es könnte vieles hinter diesem Namen stecken. Vielleicht ist Maya von innen kalt , und Cold In Berlin wärmt sie mit harten Klängen. Vielleicht bietet Berlin einen speziellen Platz im Herzen der Band? Vielleicht schien es auch erst keine Rolle zu spielen, oder es könnte von einem Buch stammen, das ich mal gelesen habe, das nun wirklich wichtig ist. Wer weiß?
Daniel: Ich kenne mich mit Gothic Rock nicht wirklich gut aus, auch wenn ich Bands wie The Sisters Of Mercy, The Mission, Fields Of The Nephilim, The House Of Usher usw. recht gern mag. Es wäre also interessant zu erfahren, welche Bands Euch so beeinflusst haben?
Maya: Ich habe einen sehr speziellen Musikgeschmack und mag viele Bands, die ein bisschen verrückt sind und übersehen werden. Ich liebe harte Bands wie Swans, Black Sabbath und Electric Wizard. Casper Brotzman und Zu haben einen speziellen Platz in meinem Herzen, aber auch softere Bands wie Arab Strap und Hefner. Ich war von viel Musik umgeben, als ich aufgewachsen bin und wurde oft zu Konzerten mitgenommen, als ich jünger war. So kam ich schon früh zu zu Live-Erfahrungen. Mich haben auch die Texte von Patty Smith und die Auftritte von Kate Bush und Laurie Anderson - Frauen, die Dinge selbst in die Hand genommen haben und ihren eigenen Weg gegangen sind.

Daniel: Ich habe irgendwo gelesen dass Ihr als Death Rock-Band angefangen habt. Haben sich Eure Einflüsse also im Laufe der Jahre gravierend geändert?
Maya: Wir haben uns auf unseren Alben über die Jahre immer weiter verändert. Wir wollten jedes Mal etwas anders machen. Ich würde es hassen, immer wieder dasselbe Album zu machen. Ich denke, wir haben uns immer weiter entwickelt, und so werden wir auch weitermachen.
Daniel: Wovon handeln Eure Texte? Gibt es eine Art Kernaussage oder sowas?
Maya: Jeder Song erzählt seine eigene Geschichte. „Wounds“ ist eine Ansammlung von Songs über de Gewichtung von Verlust und den Schmerz, den wir mit uns tragen und in seinen verschiedenen Formen, die Freude, zu überleben und die Stärke, sich mit Leuten wie Dir zu verbinden. Ich hoffe, dass die Leute ihre Geschichten in unseren Songs sehen können, dass sie Hoffnung finden, nicht allein sind und gestärkt aus Unglücken hervorgehen.
Daniel: Es hat sechs lange Jahre gedauert, bis Euer aktuelles Album „Rituals Of Surrender“ erschienen ist. Das ist die längste Wartezeit überhaupt bislang zwischen Euren Alben. Warum hat es dieses Mal so lange gedauert?
Maya: Ich denke, da gibt es sehr viele Gründe für. Erst kam Covid, dann wussten wir nicht, wie wir wieder Routine bekommen konnten, um ein neues Album anzugehen. Damit taten wir uns echt schwer nach der Pause. Als wir wieder in die Gänge kamen, haben wir aber schnell gemerkt, dass wir wieder neue Songs schreiben wollten. „The Body Is The Wound“ ist ein Vorläufer von „Wounds“. Beim Schreiben eines Albums greifen viele Elemente ineinander. Deswegen war ich auch glücklich darüber, diesen Werdegang zu beobachten. Nun ist das Album draußen, und es ist toll, dass es bei den Leuten so gut ankommt.
Daniel: Wie lange hat es denn dann tatsächlich gedauert, bis die Songs geschrieben und aufgenommen waren?
Maya: Das weiß ich gar nicht so genau. Die Songs wuchsen im Proberaum heran. Bei einigen ging es schneller, bei anderen hat es länger gedauert. Es ist oft so, dass wir erst mal einen Song anfangen, der dann am Ende aber ganz anders klingt. Es ist ein interessanter Weg, Songs zu schreiben, ihnen aber auch Zeit zum Wachsen zu geben.
Daniel: Obwohl Ihr nicht wirllich eine Metal-Band seid, werdet Ihr von Metalmessage aus Deutschland promotet. Wie kam der Kontakt zu Markus Eck, dem Inhaber, zustande? Und habt Ihr viele Fans aus der Metal-Szene? Weißt Du das?
Maya: Ich finde, wir sind weder eine Gothic- noch eine Metal-Band, obwohl wir Fans aus beiden Szenen haben. Cold In Berlin klingen anders, und die Leute finden es schwierig, uns in eine bestimmte Schublade zu stecken. Wir sprechen definitiv Fans an, die auf komplexe, harte Musik stehen; alles aus einer weiblichen Perspektive gesehen. Wenn Ihr all das mögt, dann werdet Ihr nicht enttäuscht sein.
Daniel: Spielt Ihr eigentlich auch live? Und gibt es schon Pläne für Auftritte bei uns in Deutschland?
Maya: Wir würden gerne mal in Zukunft bei Euch in Deutschland spielen. Ich weiß, dass die Szene umwerfend ist. Ich liebe es, live zu spielen. Ich liebe es, mich in die Show rein zu steigern, und als Frau finde ich es sehr befreiend, einfach ich selbst zu sein, zu performen, mich zu bewegen und mit dem Publikum in Kontakt zu treten.

Daniel: Wie sehen Eure weiteren Zukunftspläne mit Cold In Berlin aus?
Maya: Ich freue mich immer auf weitere Konzerte und das Songwriting. Wir haben ein paar Konzertdaten parat und schon neue Songs in der Mache.
Samstag, 22.11.2025 - Corporation, Sheffield mit NFD
Sonntag, 23.11.2025 - The Garage, London mit NFD
Samstag, 27.12.2025 - Fulford Arms, York
Samstag, 31.01.2026 - The Lexington, London
Mittwoch,18.02.2026 - Wydział Remontowy, Danzig
Donnerstag19.02.2026 - Pod Minogą, Poznań
Freitag,20.02.2026 - Garage Pub, Krakau
Samstag 21.02.2026 - Voodoo Club, Warschau
Daniel: Na gut Maya! Dir gebührt das Schlusswort!
Maya: Falls Ihr noch nie etwas von Cold In Berlin gehört habt, dann sollte „Wounds" ein sehr guter Einstieg sein. Ich hoffe, alle lieben das Album, und jeder kann sich irgendwo darin wiederfinden. Wr hei゚en Euch willkommen in der Dunkelheit und dem Krach von Gleichgesinnten. Findet uns, folgt uns und erreicht kommt gut in die Nacht. Vielen Dank, Daniel!












































