VOGELFREY - MAKE MITTELALTER GREAT AGAIN


Label:METALVILLE
Jahr:2025
Running Time:43:11
Kategorie: Neuerscheinung
 

Mit diesem plakativen Titel haben sich Vogelfrey ein großes Ziel gesetzt und wecken natürlich auch gewisse Erwartungen. Erst einmal stellt sich jedoch die Frage, wie die Hamburger das erreichen wollen und welches Weg sie dabei gehen. Falls es hier Puristen gibt, die sich eine Rückkehr zu traditionellen Mittelalterklängen erhofft haben, werden diese direkt einmal auf den Boden der Tatsachen zurück geholt. Der Titelsong als Opener zeigt nämlich das genaue Gegenteil. Der Blick geht nach vorne und so wird dem Sound ein noch modernerer Anstrich verpasst, als es zuletzt ohnehin der Fall war. Neben den bereits bekannten Neue Deutsche Härte Riffs mischt man hier noch munter elektronische Tanzbeats und sogar ein paar tiefe Growls hinzu. Das klingt auf den ersten Höreindruck so bunt und neuartig, dass ich mir in Gedanken bereits einen Bonuspunkt für Originalität notiert habe. Der Titel mit dem Namen „Mittelalter Dance Metal“, der später folgt, trifft es auf den Punkt und könnte somit eine neue Schublade begründet haben, in der man solche Klänge einordnen kann.

Den oben notierten Bonuspunkt muss ich jedoch leider wieder für die drei Cover-Tracks abziehen, die bestenfalls mit ihren originell angepassten Texten und einer musikalischen Aufwertung punkten können. „Nein, Mann“ (Laserkraft 3D) und „How Much Is The Fish“ (Scooter) klingen so deutlich besser als die Originale, was bei den Vorlagen aber auch nicht allzu schwierig ist. Selbst „Alle Sagen Das“ (Die Toten Hosen) kann mich nicht ganz überzeugen, weil schon das Original meiner Meinung nach nicht unbedingt zu den Highlights im Schaffen der Düsseldorfer zählt. Trotzdem bleibt unter dem Strich eine sehr starke Scheibe übrig, die sich wohltuend aus dem Einheitsbrei der Mittelalterszene hervorhebt. Dafür sind nämlich die verbliebenen Eigenkompositionen zu stark und abwechslungsreich, wobei sozusagen von hart bis zart alles dabei ist. Vielleicht ist genau dieser moderne Ansatz der richtige Weg, um die Szene wieder erstarken zu lassen. Die Zukunft wird es zeigen.

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Thorsten Roggenbuck


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