MINOTAURUS - MEMORIES IN THE HAZE

| Label: | NRT |
| Jahr: | 2025 |
| Running Time: | 53:46 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Im Dunstkreis der Erinnerungen an mein letztes Minotaurus - Review "Victim Of The Underworld" werde ich nach sechs Jahren wieder mit neuem Kraftfutter der Minotauren versorgt. Was ist also in der langen Zeit so alles passiert? Album Nummer Sieben wurde endlich vom Independent Label NRT-Records auf die geneigte Hörerschaft losgelassen. Die Formation ist diesmal an allen Instrumenten stabil geblieben. Auch das seit nun drei Releases bewährte Gesangsduo Olli Klump und Clari Hobeck harmoniert immer geschmeidiger. Kurzes Schlagzeug-Intro, Verstärker an und los geht es mit ihrem typischen Gitarrenklang der den „Master Of The Universe“ erweckt. Das einfache Mitsingen des Titels lockt gewisses Livefeeling hervor. Tempodrosselung im Mittelteil und ein schmackhaftes Axt-Soloolo zeigt dass der besungene Meister alles unter Kontrolle hat!!! Der Werktitel „Memories In The Haze“ wird quasi im zweiten Stück besungen. Zwar kommt im Refrain nur ein „Fails In The Haze“ rüber, aber gescheitert ist nur die blutige Schlacht aus Sicht des Kriegers. Fast schon zu hübsch singt sich das Duo hier die Texte zu, aber die riffenden Äxte führen uns wieder in die Erinnerungen an den blutigen Kampf zurück.
Für „Coming Home“ drehte Kevin Ehrl und seine Truppe erneut ein sehr aufwendiges Musikvideo. Der männliche Teil der Minotaurus-Besatzung kentert hier mit dessen Segelschiff im Sturm und somit fällt ein nach Hause kommen komplett ins Wasser. Sei es drum, in dem verfilmten Stück verstaut die Besatzung alle ihre Trademarks und ein grandioser Track taucht schließlich auf. Fehlte auf der letzten Veröffentlichung ein Lied mit deutschem Text, beglücken uns jetzt gleich zwei vertonte Schillergedichte. Zuerst verschwindet „Der Jüngling Am Bache“ durch die Power-Riffs im Gehörgang, ehe Olli und Clari die Gedicht-Strophen, solo oder im Duett, wunderbar einfließen lassen. „Dwarfs Rest In Peace (D.R.I.P)" vermag nichts Gutes für die Zwerge verheißen. Vorwärtstreibende Six-Strings begleiten die kleinwüchsigen Krieger in die finale Schlacht. Aber auch der markante Refrain rettet die Dwarfs nicht mehr, denn es kann nur Einen geben - Minotaurus. We are „Heros“ born to fight, we are Heros day and night, ja was denn sonst! Einfacher Mitsingtext gespickt mit Rhythmuswechseln, Bratsche und Gitarrensolo, ehe sich die feminine Heldin auch noch zu Wort meldet.
Um anschließend beim „Lonley Prisoners“ alleine die düstere Ballade zu besingen. Clarissa Hobeck und wiedermal Gastmusikerin Regine Brandt an der Bratsche erleichtern dem Verurteilten sehr harmonisch sein Ende. Schöner Finger-Basslauf eröffnet „Proud Kings Of Avalon“, ehe der Mittempo-Song uns textlich in die heutige virtuelle Zockerwelt führt. Besungen wird ein sogenanntes Computerspiel Kings Of Avalon. Coole Idee des Schreiberlings, der wohl den langweiligen Arbeitstag und die abendliche virtuelle Schlacht bestens kennt. Auch der Lacher des Silberlings steckt in dieser Welt, einloggen Pflicht. „Sehnsucht“ nach dem zweiten Gedicht? Wie das Gesangsduo und die Instrumenten-Fraktion die alten Dichter-Texte melodisch und rhythmisch umsetzen, ist schon aller Ehren wert. In neuer Gewandung wird „Tears Of A Hero“ vom ersten Opus "Path Of Burning Torches" vorgestellt. Beim Schlusslied der meisten Auftritte, wurde die ganze Weiterentwicklung der letzen Jahre reingepackt. Clarìs Frauenpower am Mikrofon und Frau Brandt mit der Bratsche gestalten die Gänehautballade noch wertiger.
„Good Bye“ heißt Auf Wiedersehen und so lautet auch der letze Ohrenschmeichler der Scheibe. Mit Ohoho-Chorus verabschiedet sich Minotaurus vom siebten Streich und bedankt sich bei den treuen Fans zugleich. Erstklassiger Rausschmeisser, welcher zeigt, wie einmalig und stetig sich Minotaurus für das Metal-Universum und für ihre Waldfee ins Zeug legen. Zumal auch der „Stierarni“ sich auf dem prächtigen Plattencover top in Form zeigt. Weiter, immer weiter…Empfehlung: Vorabsingle „Echoes In The Haze“ mit den Nummern "D.R.I.P.", "Der Jüngling Am Bache" und „Tears Of A Hero 2024 Version“ inklusive Videos.
Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Volker Riepl











































