HERETOIR - SOLASTALGIA

| Label: | AOP |
| Jahr: | 2025 |
| Running Time: | 62:59 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Heretoir gibt es schon seit 2006 und dürfte somit eine der ersten Bands gewesen sein, die sich dem Post-Black Metal verschrieben haben. Während sich viele Band erst im Laufe der Jahre dorthin bewegt haben, haben die Augsburger diesen Stil schon vor knapp zwanzig Jahren von Beginn an gespielt. Ich mag Black Metal ja lieber old school und frostig, und schon die ersten Klänge zeigen mir, warum das so ist. Denn Heretoir sind sehr modern. Es gibt zwar auch eine kalte Atmosphäre und rasendes Geballer, aber der Grundton ist eher melancholisch. Es gibt viele cleane Gitarren und Akustikpassagen. Aber vor allem sind sie auch im Metalcore und Emocore zu Hause. Es gibt abgehackte Stampfriffs und melodischen, emotionalen Gesang in den Refrains.
Die Schreie sind sehr monoton und eben nicht Black Metal-typisch. Auch das ist ein Kriterium, das ich bei Post-Black Metal häufig kritisiere. Das bedeutet nicht, dass Heretoir schlecht sind. Ganz im Gegenteil: Sie sind gute Musiker und verarbeiten viele Ideen, aber mir plätschert das alles irgendwann einfach zu schnell dahin. Zudem ist das Album mit über einer Stunde Spielzeit auch auf Dauer viel zu lang ausgefallen, da hier vor allem träges Tempo das Geschehen regiert. Dennoch schaffen sie es über die gesamte Spielzeit hinweg, eine eisige Atmosphäre aufzubauen, die durchaus zu gefallen weiß. Die Produktion ist dünn und transparent, was die klirrende Kälte gut in den Vordergrund rückt. Für Fans von Harakiri For The Sky, Alcest, Fen oder Bonjour Tristesse.
Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































