ENSIFERUM, FREEDOM CALL, DRAGONY

Köln, Live Music Hall, 15.01.2026

ensiferum live2026 3Auf zur Live Music Hall in Köln, da schon um Sechs Uhr Nachmittag der Einlass beginnt. Weil heute drei Bands angesagt sind, ist das wohl erforderlich, damit es nicht zu später Stunde noch laut ist. Heute ist wieder absolutes Stau-Kaos angesagt und Meister Google führt mich durch Gassen, die noch nie ein Mensch zuvor betreten hat. So kommt mir das jedenfalls vor. Dafür gibt es einen Parkplatz in kurzer Distanz zur Venue. Ist ja auch nicht schlecht. In der Halle fällt mir direkt auf, dass eine der drei Theken bis zum FOH mit Tuch abgehangen ist. Anscheinend war der Vorverkauf nicht so gut. Letztlich schätze ich mal, sind es so um die fünfhundert Besucher in der Halle.

 

dragony live2026Dann geht es auch pünktlich los, mit den Österreichern Dragony, die eine hübsche, zum Bandnamen passende Bühnendekoration aufgebaut haben. Burgzinnen und feuerrot belaubte Bäume schaffen so die Drachen Atmosphäre. Die Truppe ist allerdings ein wenig gebeutelt, da der Schlagzeuger heute krankheitsbedingt ausfällt und man die Tracks vom Band laufen lassen muss. Die Erkältungswelle hat die Truppe etwas geschwächt. Jedoch immer noch besser, als eine Show komplett abzusagen, wie ich finde. Ursprünglich gründete sich die Kapelle unter dem Namen The Dragonslayer Project und bestand aus Mitgliedern österreichischer Power Metal Bands. Die Jungs schaffen es auch direkt, mit ihren eingängigen Songs das Feuer in der Halle zu entfachen und die Fans mitzureißen. Dann erscheint Neuzugang Maria Nesh (Red Eye Temple) auf der Bühne und gibt Gas. Die Lady ist eine wahre Augenweide und überzeugt auch stimmlich mit schön kratzigen Metalvibes. Es fehlt nur ein Quäntchen für das Prädikat Rampensau, ja das macht Freude! Somit wechseln sich Siegfried Samer und Maria gesangstechnisch ab, ohne dabei auf die abgedroschenen Trademarks wie männlicher Growler und sirenenhafte Elfe zurückzugreifen. Zwischendurch gibt es für Bardin und Barde dann auch mal einen kräftigen Schluck aus dem Trinkhorn, schließlich muss man den Flüssigkeitshaushalt im Auge behalten. Es rockt einfach geil und ich bin doch sehr beeindruckt von der druckvollen Performance. Das ich damit nicht alleine bin, zeigen die Reaktionen der Fans, die ebenfalls lautstark ihren Beifall hören lassen. Zum letzten Song wirbelt Maria dann mit einer Art chinesischem Drachen am Stock herum, bevor man sich am Merchandise Stand ausgiebig den Fans widmet. Respekt!

Setlist: Twilight Of The Gods, Gods Of War, Lords Of The Hunt, The World Serpent, The Einherjar (What Dreams May Come), If It Bleeds, We Can Kill It, Burning Skies, Beyond The Rainbow Bridge

 

 

freedom call live2026Als nächste Kapelle sind Freedom Call im Rennen. Die Jungs um Sänger Chris Bay (Moon’Doc), gründet sich vor nunmehr Achtundzwanzig Jahren in Nürnberg. In dieser Zeit gab es etliche Besetzungswechsel, deren Aufzählung den Rahmen hier sprengen würde. Ich habe bereits eine beachtliche Zahl an Shows gesehen, mal weniger gute, mal mit einer Partystimmung wie heute Abend. Natürlich steht und fällt alles mit Frontman Chris, er motiviert das Publikum und gibt die eine oder andere Anekdote zum Besten. Immer darauf bedacht, die Fans bei Laune zu halten. So wie die Story mit dem amerikanischen Magazin, das die als „Happiest Metal Band Ever“ bezeichnete. Passend dazu spielt man dann natürlich auch die Nummer „Heavy Metal Happycore“ Überhaupt gibt es heute in Sachen Heavyness keinen Grund zum Nörgeln, das Level wird den gesamten Sert hochgehalten und man ballert sich fröhlich durch die knackigen Hard Rock Hymnen. Wie schon gesagt, heute finde ich die Jungs klasse. Mit einem Blick auf das derzeitige Weltgeschehen stellt Chris dann auch fest, dass hier und jetzt alles in Butter ist. Ausgelassene, friedliche Stimmung ohne jegliche Aggression hat ja leider mittlerweile Seltenheitswert. Ein guter Warm Up für den Headliner!

Setlist:  Hammer Of The Gods, Tears Of Babylon, Silver Romance, Union Of The Strong, Heavy Metal Happycore, Power & Glory, Warriors, Metal Is For Everyone, Land of Light

 

 

ensiferum live2026 1Jetzt hängt ein beindruckendes und farbenfrohes Backdrop an der Rückwand und die Recken von Ensiferum entern unter großem Jubel die Bühne. Die Schwerttragenden, das bedeutet der Name nämlich auf Finnisch, sind auch schon seit gut dreißig Jahren unterwegs. Das einzig verblieben Gründungsmitglied ist allerdings Gitarrist Markus Toivonen. Wie so oft wechselten alle anderen Positionen im Laufe der Jahrzehnte. Dafür ist man sich seinem Stil treu geblieben. Gespielt wird knackiger Viking Metal, der aber auch mit einem großen Teil Folk Metal Elementen gewürzt ist. Eine Mischung, die den Bierfluss anregt und zum Bangen bewegt. So dauert es nicht lange, bis ein Moshpit vor der Bühne entsteht, der aber trotzdem sehr gesittet abläuft. Die Leute haben jedenfalls mächtig Spaß. Trotz nicht ausverkaufter Halle steigt die Temperatur stetig, aber logisch, schließlich sind ja die Finnen die Meister des Saunierens. So geht die energiegeladene und unbeschwerte Party weiter, immer im Kontakt mit dem Publikum.Rohe Kraft und trotzdem alles in allem eine unbeschwerte Stimmung. Bei der sogenannten Ballade „Scars In My Heart“ holt man sich dann kurzerhand Maria Nesh als Gastsängerin auf die Bühne. ensiferum live2026 4Und siehe da, sie kann auch fast elfenhaft und in höheren Tonlagen singen, ohne zu nerven. Das Mädel ist echt stark! Auch die Setlist lässt kaum Wünsche offen, die Finnen spielen sich querbeet durch ihre nicht gerade kleine Discographie. Ich vermisse zwar ein wenig die Akkordeonistin Netta Skog, die allerdings auch nur von 2016-2017 mit im Boot war. Aber es hatte etwas Besonderes. Die Uhr geht mittlerweile auf fast Zehn, als Frontmann Petri Lindroos verkündet, dass die Show zu Ende ist. Aber um dem jubelnden Applaus gerecht zu werden, folgt dann noch ein Zugaben Teil mit weiteren vier Songs um die Meute ruhig zu stellen.  

Setlist: Winter Storm Vigilantes, Guardians Of Fate, Heathen Horde, Fatherland, One More Magic Potion, Long Cold Winter Of Sorrow And Strife, Token Of Time, From Afar, Scars In My Heart, Andromeda, March of War, Axe Of Judgement, In My Sword I Trust, Two of Spades



Autor: Pistol Schmidt - Pics: Pistol Schmidt