MANIAC BUTCHER - BARBARIANS

| Label: | PUSSY GOD |
| Jahr: | 1995 |
| Running Time: | 30:52 |
| Kategorie: |
Classics |
Maniac Butcher war eine tschechische Black Metal-Horde, die von 1992 bis 2002 und dann noch einmal von 2009 bis 2015 existierte. Das einzige Album nach dem Comeback war „Masakr“ (2010). Musikalisch war eigentlich alles wie immer. Nur war der Sound dieses Mal ungewohnt sauber. Wahrscheinlich hat es deshalb auch niemand so richtig wahrgenommen. Ihre Hochphase hatten sie aber vor der vorläufigen Trennung. Im groben Kern sind sie nur zu zweit gewesen. In der Anfangsphase waren sie aber noch zu viert. Zunächst startete man mit zwei eher Death Metal-lastigen Demos. Dann erschien das Debüt „Barbarians“ über das eigene Label Pussy God Records. Schon das Artwork zeigt, dass diese Spießgesellen es ernst meinen. Bis auf die Zähne bewaffnet, sitzen sie in voller Montur, inklusive Corpsepaint und Patronengurten, auf ihren Pferden und reiten auf den Betrachter des Bildes zu. Nicht nur das Cover wirkt hier böse, sondern die Musik tut es auch. Es gibt sechs Songs – alle etwa im Fünf-Minuten-Bereich – nordisch geprägten Black Metals. Mit Pferdegetrappel geht es auch los. Auch wenn die zweite Black Metal-Welle hier als Haupteinfluss klar zu erkennen ist, wirkt es aber nicht wie ein Abklatsch.
Die rabenschwarze Aura, die Maniac Butcher damals vermittelten, ist schon beeindruckend. Selbst norwegischer Black Metal klingt hier fast „schön“. Dennoch ist das hier alles andere als stumpfsinnig! Die Tschechen rattern meistens in einer Tour und klingen völlig boshaft. Einflüsse von alten Darkthrone und Immortal sind genauso erkennbar wie die Urväter Bathory und Von. Aber ihr Sound scheint auch auf deutsche Bands wie Katharsis oder Moonblood abgefärbt zu haben. Es gibt aber auch ein paar schleppende Riffs, die eher an ihre Death Metal-lastige Demo-Phase erinnern. Viel hängen bleibt hier nicht, einprägsame Melodien sind kaum erkennbar. Dennoch fasziniert dieses Werk von vorne bis hinten. Zum einen begeistert die Musik mit erschreckend präzisem Drumming, zum anderen klingt Frontmann Barbarud Hrom einfach besessen und wie das ultimative Böse! Die Texte versteht man durch das heisere Gekeife natürlich nicht (die tschechischen sowieso nicht, aber auch die ersten beiden nicht, die auf Englisch verfasst sind). Wer rabenschwarzen Underground Black Metal ohne jede Schnörkel mag, der sollte unbedingt in Maniac Butcher reinhören; auch an den Ableger Dark Storm des Gitarristen Vlad Blasphemer, die in eine ähnliche Kerbe schlagen.
Tracklist:
Side A:
Barbarians (4:38)
Catheclasm (5:16)
Svatý Otec – Holy Father
Side B:
Peklo – Hell (5:36)
Druhé Stvořeni – Second Creation (5:06)
Mesiásův Konec – The End Of Messiah (5:20)
Line-Up:
Radim “Barbarud Hrom“ Hora – Roarrr
Vladimír “Vlad Blasphemer“ Dědek (R.I.P. 2015!) – Saw
Jirí “Forgotten“ Vanek – Bass
Michal Dědek - Hammer
Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller











































