Hi Stéphane! Bitte erzähl uns doch zunächst, wann und wie es zur Gründung von Parallel Minds kam!
Stéphane: Es begann alles als Studioprojekt von Greg und mir. Es verging ein bisschen Zeit, und wir veröffentlichten ein Album, „Headlong Disaster“ (2015) und hatten noch weitere Ideen. Also hatten wir uns dazu entschieden, daraus eine richtige Band zu machen. Wir veröffentlichten ein zweites Album, „Every Hour Wounds... The Last One Kills“ (2022), mit Eric am Schlagzeug, und von da an verlief alles ganz natürlich bis heute.
Daniel: Ich höre viele verschiedene Einflüsse in Eurer Musik. Ich fühle mich häufig an deutsche Power Metal-Bands, wie Blind Giardian oder Brainstorm, erinnert. Euer Gesang erinnert mich dagegen sehr an Symphony X. Es gibt aber auch in paar moderne Elemente. Welche Bands hatten also einen Einfluss auf Eure Musik?
Steph: Alles, was Du sagst, ist absolut richtig! Wir lieben diese Bands, aber unsere Einflüsse gehen noch weit darüber hinaus. Zusätzlich zu Symphony X und Blind Guardian würde ich noch Nevermore und Testament von der thrashigen Seite her erwähnen, aber auch moderne Einflüsse wie Gojira, groovige Elemente wie Pantera, oder melodischere Vibes wie bei Iron Maiden oder den Scorpions. Wir mögen fast alle Metal-Genres, haben aber auch Einflüsse außerhalb des Metals, was uns eine sehr große Reichweite bei den Kompositionen gibt.
Daniel: Worum geht es in Euren Texten? Steckt dort eine Art Botschaft oder ein bestimmtes Konzept hinter?
Stéphane: Ja, definitiv! Meistens schreibe ich über menschliche Beziehungen oder Konflikte. Dieses Mal war es eine Art „Welt-Tournee“ menschlichen Elends. Jeder Song handelt von einem anderen Land oder einer anderen Kultur; immer aus menschlicher Sicht.
Daniel: Wie lange hat es gedauert, die Songs zu schreiben und aufzunehmen?
Stéphane: Dass mit den Aufnahmen ging ziemlich schnell, und das, obwohl wir alle uns genug Zeit genommen haben, um zu experimentieren und coole Parts zu finden. Eric, unser Schlagzeuger, hat, zum Beispiel, dieses Mal eine ganze Menge herumexperimentiert. Aber er hat dem Album wirklich seinen Stempel aufgedrückt. Das Mixen hat länger gedauert, weil wir keine Eile hatten. Wir hatten kein Label, das Druck gemacht hat. Also konnten wir uns die Zeit nehmen und so viel am Feinschliff arbeiten, wie wir wollten.
Daniel: Der Sound des neuen Albums ist toll! Ich finde, es ist die perfekte Balance aus Härte und moderner Produktion! Wo habt Ihr aufgenommen? Und wer hat produziert?
Stéphane: Danke! Greg, der Gitarrist (und mein Cousin) hat alles selbst in die Hand genommen, so wie auf den bisherigen Alben auch. Er wird immer besser. Und da er die Songs besser kennt als jeder andere, weiß er auch genau, welche Elemente und Instrumente er in den Fokus rücken muss.
Daniel: Ich mag auch das surreale Artwork. Von wem stammt es?
Stéphane: Das stammt tatsächlich von mir. Ich arbeite als Graphik-Designer, oder genauer gesagt, als 3D-Animator. Ich arbeite mit vielen verschiedenen Softwares, und ich kombinierte einen 3D-Megascan mit anderen Elementen, um dieses Ergebnis zu erzielen. Die wahre Herausforderung war es, ein starkes visuelles Konzept zu finden, das die Idee hinter dem Album am besten reflektieren würde.
Daniel: Ihr habt das Album als Digipack-CD veröffentlicht. Gibt es auch Pläne für eine Vinylversion?
Stéphane: Es ist einfach viel zu teuer für uns, eine Doppel-LP zu machen. Unsere Alben sind zu lang, haha!
Daniel: Soweit ich weiß, habt Ihr „Cairn“ in Eigenregie rausgebracht. Gab es kein geeignetes Label, das an einer Veröffentlichung interessiert gewesen wäre? Oder wolltet Ihr von vornherein alles alleine machen?
Stéphane: Beides. Um ehrlich zu sein, sind kleine Labels oft nicht sehr hilfreich. Sie nehmen Dein Geld und Deine Musik, und trotzdem musst Du noch alles selbst machen. Wir haben viele Angebote bekommen, aber die meisten rieten uns dazu, das Promoten unserer Musik dennoch selbst zu bezahlen. Das macht in unseren Augen keinen Sinn.
Daniel: Spielt Ihr eigentlich auch live? Und gibt es eventuell schon Pläne für einen Abstecher nach Deutschland?
Stéphane: Da wir alle voll berufstätig sind, beschränken wir uns auf zehn bis fünfzehn Auftritte pro Jahr. Aber ja, wir spielen schon live und machen auch ziemlich gut, hehe! Wir vereinfachen manche Passagen, damit die Songs rauer und energiegeladener rüberkommen. Viele Leute sind überrascht, wenn sie live die thrashigere Seite von uns sehen. Was Deutschland angeht, haben wir aber zur Zeit gar nichts geplant. Wir bräuchten eine Festival-Einladung oder so etwas. Für eine Einzelshow wären die Reisekosten viel zu teuer.
Daniel: Wie macht Ihr das mit den orchestralen Elementen, den Chören und den Samples, wenn Ihr live spielt? Habt Ihr einen Keyboarder dabei, der alles abspielt? Oder lasst Ihr sie vom Band laufen?
Stéphane: Wir arbeiten mit Samples. Wir wollen die Band so kompakt wie möglich halten.
Daniel: Wie sehen denn Eure Zukunftspläne mit Parallel Minds aus?
Stéphane: Wir wollen ungefähr zwei Jahre mit Live-Shows verbringen und arbeiten schon an Album Nummer fünf. Auch ein paar Videoclips sind noch geplant.
Daniel: Na gut, Stéphane! Die letzten Worte gehören Dir!
Stéphane: Hört Euch „Cairn“ an. Ihr werdet es nicht bereuen. Ich kann das Album nur empfehlen. Aber wenn Ihr Euch auf die Reise begebt, wird es sich für Euch unglaublich lohnen, hehe!












































