CRYPTIC SHIFT - OVERSPACE & SUPERTIME


Label:METAL BLADE
Jahr:2026
Running Time:68:57
Kategorie: Neuerscheinung
 

Die brillanten britischen Brutalos von Cryptic Shift firmieren unter dem vollmundigen Namen seit 2011 und doch stolpere ich erst jetzt über die Jungs aus Leeds. Gut, ich habe recht spät ernsthaft angefangen mir extremen Metal in die Hörlöcher zu brettern aber trotzdem wundere ich mich immer wieder wie viele Bands erst recht spät in mein Leben treten. Cryptic Shift machen Technical Thrash der eine gehörige Portion Death Metal intus hat aber irgendwie ist es nicht getan damit. Technical Thrash klingt so, als wenn die Metaller einfach besser zocken als die 08/15 Standard Metal Kapelle (für die ich natürlich auch viel Liebe übrig habe). Nein Leute, das ist hoch technisch und auch progressiv was meine Lauscher hier durchmachen, hier schwingt Mordred mit und die verkopften Death Klassiker. Hier sind Vektor und Blood Incantation genauso im Blut wie eben auch Cynic, Atheist und Revocation und das alles ohne das mich das Gefühl überkommt mir eine Formation anzuhören die bloß Mimikry im besten Sinne zelebriert.

Cryptic Shift sind intellektuelle Eskalation, quasi Free Jazz, aber komplett ohne Jazz. Dafür mit unendlichen Riff-Kaskaden, Rhythmuswechsel und harschen Vocals. Cryptic Shift machen weder Tanzmucke noch kann man dazu durchgehend die Matte schütteln. Das gesamte Werk ist extrem schwer einzuordnen, technisch brillant und zum größten Teil heavy und brutal, aber eben auch sehr fordernd und nichts für schwache Nerven. Mit diesem Opus braucht man Geduld und auch Durchhaltevermögen, damit die Tracks überhaupt eine Chance haben, ihre Wirkung zu entfalten. „Overspace & Supertime“ ist erst die zweite Langrille der gemeingefährlichen Genies aus Großbritannien, aber die Scheibe hat es in sich, da es keinen Beitrag unter zehn Minuten Spielzeit durch das Ziel schafft. Song Nummer Zwei „Stratocumulus Evergaol“ ist sogar eine knappe halbe Stunde lang. Wer nach meiner Rezension noch Lust hat, sich die Scheibe auf die Ohren zu legen, der weiß zumindest, auf was man sich hier einlässt.

Note: 8 von 10 Punkten
Autor: Dennis Eikenkötter


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