SCRAPER - INFINITE JOURNEY


Label:METALLOSCOPE
Jahr:2026
Running Time:44:19
Kategorie: Neuerscheinung
 

Wer im Ruhrpott häufig unterwegs ist, wird schon mal über das Bandlogo von Scraper gestoßen sein, das so manchen Flyer zierte. Die Thrasher aus Marl ließen 2020 ihr Debüt „Hunger Within“ auf die Menschheit los, das durchweg gute Kritiken bekam. Nun sind einige Jahre ins Land gezogen, um den Nachfolger einzuzimmern. Und der ist schon ein ziemliches Brett geworden. Die Riffs und das Schlagzeug sind größenteils schnell gespielt, dennoch hat man auch eine Menge Groove. Aber nur weil Scraper aus dem Ruhrpott sind, versteift man sich nicht nur auf traditionelle Retro-Sounds. Die Musik hat auch immer eine gewisse Moderne. Beim achtminütigen Abschlusstrack „Inheritance Of The Grand Design“ gibt man sich sogar ein bisschen verspielt und progressiv, ohne dabei jedoch auch auf Geballer zu verzichten.

Die Musiker haben einiges drauf, und die Mucke ist für Thrash Metal durchaus innovativ. Dazu passend gibt es eine druckvolle Produktion, die durchaus zu gefallen weiß. Dennoch gibt es von meiner Seite zwei kleine Kritikpunkte: Der Gesang ist auf Dauer etwas zu monoton, und das zu sehr im Vordergrund stehende Schlagzeug klingt mir zu steril. Dennoch treten Scraper ganz klar aus der großen Masse hervor, und das ist sicher so gewollt, aber auch lobenswert! Vergleiche zu anderen Bands fallen mir nicht so wirklich ein, da es keinen Abklatsch musikalischer Idole gibt. Die für die Region üblichen Sodom- und Kreator-Vergleiche funzen hier nicht. Wer Thrash Metal mag, aber den billgen Retro-Einheitsbrei nicht mehr hören kann und will, der sollte hier mal reinhören! Und live überzeugen Scraper mit ihrer Power sowieso!

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Daniel Müller


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