ELÄKELÄISET

Bochum, Bahnhof Langendreer, 19.04.2026

eläkeläiset2Die Band, deren Name noch immer für viele unaussprechlich zu sein scheint, aber schon lange einem Kultstatus frönt, gab sich im tollen Bahnhof Langendreer erneut die Ehre. Diesmal zum dreißigjährigen Bandjubiläum. Natürlich musste dies wiederum standesgemäß unter dem Einfluss einer gehörigen Portion Alkohol geschehen, den es glücklicherweise noch zu humanen Preisen in dieser muckeligen Location gibt. Noch auf dem Wühltisch ein langärmiges Polo in meiner Größe für schlappe fünfzehn Euro abgegriffen und der Abend konnte eigentlich nur noch besser werden.

eläkeläiset3Zur Primetime um 20:15 Uhr und etwa zwei Weizenbierlängen weiter ging es mit einem imposanten Intro los, dass dann schön veralbert von der allseits bekannten Zirkusmelodie abgelöst wurde. In Blues-Brothers-Manier eröffneten sie mit "Gimme Some Lovin'", natürlich nur mit Humppa-Texten. Ihre Mischung aus Foxtrott, Polka und Rockmusik reißt einen gleich mit, steigerte sich natürlich innerhalb der Show und wird sympathisch von den Finnen vorgetragen, die selbst oft über sich lachend abrockten. Bei der letzten Show vor Ort waren noch sieben Akteure auf der Bühne, aber nun ging es auch zu fünft. Für jegliche Animationen wie das Schwingen der Hände und das ständige Heben beider Hände leicht über dem Kopf, um den Elch zu repräsentieren, der auch als Symbol im Hintergrund der Show prangte, war das Publikum direkt zu haben. Neben Popkultur wird hier auch Rock und Metal auf die Schüppe genommen, wie z.B. Maidens "Run To The Hills" oder DADs "Sleeping My Day Away", aber auch Diskoklassiker wie Donna Summers "Hot Stuff". eläkeläiset indexDazu performte der Gitarrist dann auch mal mit dem berühmten Angus-Move oder der Akkordeonspieler stieg auf den Stuhl. Mit "The Final Countdown" und einer Vorstellung der Bandmitglieder schien es nach nur einer eineinviertel Stunde vorbei zu sein, aber natürlich wurde lauthals Zugabe gefordert. Unter schwarzen, vorgehaltenen Handtüchern zauberten sie sich dann nach und nach wieder hervor und auch höherer Gesang kam mal vom Gitarristen und dem Schlagzeuger. Die Stimmung erreichte ihren Höhepunkt, als sich dann noch eine Polonaise bildete, die erst meine Begleitung und anschließend auch noch mich mitriss. Wenigstens war ich so dann ganz vorne, um abschließend auch noch "Breaking The Law" mitzufeiern. Die Stimmung war fantastisch und man muss der Band einfach lassen, dass sie es schaffen, jeden mitzureißen. Man muss hier nicht ausgeprägter Rockfan sein. Vielleicht nur ein bisschen bekloppt, aber positiv! Um 21:50 Uhr war es dann vorbei und manche diskutierten wieder, welcher Humppa-Song nun welcher bekannte Klassiker war. Das muss man einfach noch feiern, solange es sie gibt.



Autor: David Ivanov - Pics: David Ivanov