Eigentlich ist ja so gar kein Wetter für ein Hallenkonzert, besonders wenn in der Venue keine Klimaanlage installiert ist. Aber was tut man nicht alles um neue Bands zu entdecken, wobei ich mit neu nicht unbedingt den Zeitpunkt der Gründung meine, sondern wenn sie für mich neu sind. Und auch diese Halle ist eine Premiere für mich, bisher bin ich dort noch nicht gewesen. Also ich muss sagen, bis auf die fehlende Klimaanlage ein netter Laden, mit Biergarten im Hof und ordentlicher Bühne. Es gibt noch einen Balkon, von dem aus man auch eine gute Sicht auf die Bühne hat. Geschätzt gehen da insgesamt bestimmt so an die achthundert Zuschauer rein. Die Bierpreise sind nicht günstig, aber auch nicht hoffnungslos überteuert wie in mancher anderen Location. Und es ist verdammt voll heute, trotz der Affenhitze. Eine ganze Menge Leute scheinen aber auch wegen der Supportband hier angereist zu sein, jedenfalls deuten die T-Shirts der Zuschauer darauf hin.
Pünktlich geht es dann auch los und The Pretty Wild betreten die sehr übersichtliche Bühne. Keine Marshall Wände, kein Monster Schlagzeug oder sonstiger Schnick Schnack. Klar, als Support Band darf man nicht über das Drum Set des Headliners spielen, also sitzt Drummer Nick Taylor rechts am Rand. Die im Jahr 2022 gegründete US-amerikanische Alternative-Metal-Band aus Las Vegas, Nevada besteht im Kern nur aus den aus Indiana stammenden Schwestern Jill "Jyl" Wylde und Jules Wylde. Nach dem Tod ihrer Mutter, zogen die Mädels nach Nevada, um dort bei ihrer Tante zu leben. Das Duo spielte Pop-Cover-Sets in Casinos, bevor es die Band formierte, die am Anfang mehr als Country-Rock-Gruppe bestand. Live gesellt sich noch ein Gitarrist dazu, jedoch gibt es keinen Bassisten. Ich vermute mal das wird digital hinzugemischt. Jedenfalls ist der Sound druckvoll und knackig, während die Schwestern fast schon in bester Butcher Babies Manier (vor dem Weggang von Carla Harvey) den Gesang dazu liefern. Okay vielleicht nicht ganz so heftig wie Heidi und Carla, aber geil! Vor allem Jill, im quasi Hip Hop Outfit, ist eine superaktive Performerin, die über die Bühne fetzt und ihre Schwester im kleinen Schwarzen unterstützt. Und ja, es sind etliche Fans im Publikum wie man unschwer an den Reaktionen erkennen kann. Es macht trotz der Hitze Spaß, die Show der schönen Wilden zu verfolgen. Leider mit einer halben Stunde recht kurz. Zumindest Jill trifft man später am Merchandise Stand an. Nur die Preise sind recht überzogen, ein signiertes Vinyl für unfassbare einhundert Euro ist Way To Much!
Setlist: Paradox, Black Ops(m@n!a), Button Eyes, Omens, Infrared, Yessül (SiNGULAR!TY), Sleepwalker
In der Umbaupause ist dann Zeit für zwei bis drei Bier, das ist allerdings schneller ausgeschwitzt wie getrunken. Und jetzt springen die Aktivisten von We Came As Romans auch schon ins matte Scheinwerferlicht und sind durch die Nebelschwaden erstmal kaum zu sehen. Die US-amerikanische Band aus Troy, Michigan, die im Jahr 2005 gegründet wurde, wird den Genres Post-Hardcore, Metalcore oder auch Trancecore zugeordnet. Mittlerweile ist man bei Nuclear Blast unter Vertrag. Sänger David Stephens, Gitarrist Joshua Moore, Bassist Andy Glass, Gitarrist Lou Cotton und Drummer David Puckett legen dann auch gewaltig los und ich frage mich, wie man bei diesen Temperaturen solch eine Stage Aktion hinbekommt, ohne dabei einen Hitzschlag zu bekommen.
Und das Publikum geht ab wie die Feuerwehr! Crowdsurfer, Moshpit alles was sich das Banger Herz wünscht. David Stephes erinnert mich ein wenig an David Draiman (Disturbed), nicht nur wegen des gleichen Vornamens. Auch er rast wie ein Rumpelstilzchen über die breite Bühne, ohne eine Atempause wie es scheint. Ich muss dazu ehrlich sagen, bisher konnte ich mir unter dem Bandnamen nicht wirklich etwas vorstellen. Da hatte ich zuerst an eine italienische Combo gedacht, die in Römerkostümen auftreten, oder so etwas in dieser Richtung. Naja weit daneben, hier gibt es nur schiere Power von der Bühne und ein Publikum, das seine Helden frenetisch feiert. Gut einige wenige Aussetzer sind dabei, was ich aber auf Kreislaufversagen zurückführe.
Die Security und der Sanitäter haben die Lage aber souverän im Griff, also alles gut! Insgesamt spielen die Jungs eine knappe Stunde, was für Amerikaner ein normales Zeitfenster ist. Auf alle Fälle kann ich nur sagen, dass die „Römer“ mich überzeugt haben. Die würde ich mir auch ein zweites Mal ansehen, sofern sie hier in der Gegend gastieren. Eine kleine Information am Rande. War ich anfangs von drei Bands ausgegangen, verhält es sich wohl so, dass die Kapelle je nach Spielort entweder von The Pretty Wild oder Catch Your Breath supportet wird.
Setlist: All Is Beautiful, Bad Luck, Red Smoke, Cold Like War, Lake Of Fire, One By One, Lost In The Moment, Culture Wound, Learning To Survive, Darkbloom, No Rest For The Dreamer, Where Did You Go?, Black Hole, Because We’re Doomed, Daggers











































