AMANDA MARSHALL

Mainz, Frankfurter Hof, 30.07.2026

Amanda 2Wenn die Kanadierin Amanda Marshall für lediglich ein ausverkauftes Konzert nach Deutschland kommt und man akkreditiert wird, ist das wie ein Ritterschlag. Dafür musste ich aber nach Mainz düsen. Gott sei Dank kein Stau und Kaiserwetter. Die Sängerin mit der göttlichen Stimme hat gerade ihr Album „Heavy Lifting“ (2023) wiederveröffentlicht und nun gilt es das Werk zu promoten und wieder von sich reden zu machen. 2002 wurde Amanda jahrelang aufgrund von Rechtsstreitigkeiten mit ihrem gefeuerten Label lahmgelegt. Das brach weder ihren Willen noch ihre Energie. Ein mancher hat sie vielleicht noch auf dem Schirm, als sie mit Peter Maffay 1996 auftrat oder die Shows mit Whitney Houston im Jahr 1999.

 

Amanda 1Im Frankfurter Hof angekommen, ging die Schlange gefühlt durch die halbe Stadt. Aber die Mitarbeiter waren zackig und ruckzuck war die Menge der Zuschauer im stilvollen und rappelvollen Saal. Ohne Vorprogramm stieg die elegant gekleidete Dame mit ihrem Hit „Let It Rain“ in die Vollen ein. Von der ersten Minute an ging das Publikum euphorisch mit und applaudierte mit herrschender Überlänge. Amanda war aufgrund des Feedbacks überrascht und begeistert. Ihre gute Laune wurde nochmal angehoben. Das alle mitsangen versteht sich von alleine und das mitfilmen hielt sich in Grenzen. Die Sängerin hat derweil kein Iota ihrer Stimme eingebüßt. Graziös, kraftvoll und edel klangen ihre großen Hits wie, „Fall From Grace“, „Sitting On Top Of The World“, „Birmingham“, „Dark Horse“, „Last Exit To Eden“ und „If I Didn´t Have You“ mit der Extraportion Super-Vocals. Und kaum zu verhindern, kam mir beim Beitrag „Beautiful Goodbye“ die Tränen. Eine verdammt emotionale Show die mein Heimweh erneute entfachte. Selbstredend blieb der Fülle an Evergreens nur Platz für eine Lied („Can´t Lose Me“) von der wieder veröffentlichten Platte. Amanda pushte ihre Action zur Höchstleistung und spiegelte die Freude der Zuschauer immens wider. Das sind die Auftritte, die niemals enden sollten. Mit „Sunday Morning After“ gab es eine Zugabe aus ihrem dritten Opus „Everybody´s Got A Story“, bevor sie uns alle verzaubert in die sommerliche Nacht entließ. Wow!



Autor: Steve Burdelak - Pics: Steve Burdelak