CAROLINE BREITLER & BAND - ROOTS


Label:EL PUERTO
Jahr:2026
Running Time:34:38
Kategorie: Neuerscheinung
 

Sie möchte die Tradition des Schweizer Hard Rocks weiterführen. Da denkt man sofort an Gotthard oder Shakra. Diese Dame hier heißt aber Caroline Breitler und stammt aus dem Kanton Zug, hat seit früher Kindheit musikalische Schule und Gesangsunterrichte genossen und irgendwann ihre Liebe zum Hard Rock, Classic Rock entdeckt. Zwei Alben gab es bisher und mit „Roots“ kommt nun das dritte heraus. Produziert von Alessandro Del Vecchio (hardline, Edge Of Forever), der seit einiger Zeit den Werdegang der Künstlerin mit betreut. Neben ihr am Mikrofon hat Alain Schnebele die Gitarrenarbeit und Andreas Caplazi die Keyboards übernommen. Ein Bassist, sowie Drummer wird im Line-Up nicht geführt. Eventuell hat man sich hier der ein oder anderen Hilfe bedient. Mit einem schönen Rock Riff fängt „Sentinel“ an, Stakkato Rhythmen und der starke Gesang von Caroline fallen sofort ins Gewicht. Aber auch der typisch eingängige Refrain und tiefer gestimmte Gitarrenmomente, die den Opener in moderne Klangwelten entführen.

Zunächst verspielt, dann gemäßigter geht es weiter mit „Genghis Khan“, der Refrain kommt hochmelodisch. Aber auch wieder recht modern und mitunter metallisch rockig. Auf viel Groove und fetzige Riffs setzt das straight in das Gebälk streuende „A Million Miles“, bevor dann mit „If Nobody Loves You“ die obligatorische, melancholische Ballade folgt. Hierzu hat sich Caroline als männlicher Vocal-Gegenpart Mark Fox (Shakra), sowie Ivan Keller (Jelusick) für Six-String-Momente hinzugeholt. Egal ob ruhig im Sologesang von Weiblein und Männlein, oder im Duett…der Song kommt ordentlich rüber und präsentiert zudem ein starkes Axt-Solo, sowie partiell wuchtige Drums. Bei „In Her Shadow“ fällt zum ersten Mal so richtig auf, dass ja auch ein Keyboarder mit am Werk ist. Das Stück verläuft im Midtempo eingängig und etwaige Oh-Oh-Oh-Chöre liefern Breitwandiges. Einstweilen kann Caroline auch mit etwas biestigerem Gesang aufwarten. Erneut mit Piano und ein wenig mystischen Klängen startet „Calling“ in einen weiteren Groover, der durch abgehackte Rhythmen und intensiven Refrain besticht.

Gitarrengezupfe, melodisch und langsam, lassen eine weitere Ballade in Form von „Stuck In The Cold“ auf die Hörerschaft los. Die Nummer erfährt allerdings vermehrt poppige, und auch belanglosere Züge. Dass Caroline Breitler neben aller Hard Rock-Affinität made in Switzerland auch dem modern interpretierten Rock frönt, zeigt „Dad“. Linkin Park wird als Einfluss genannt und hier kommt man solchen Alternative Hard Rock Bands am nächsten. Der männliche Sprechgesang kratzt beinahe am Rap, die Stimme von Caroline ertönt Gott sei Dank normal. Der Song fällt im Albumkontext aus dem Rahmen und lässt zumindest bei mir Stirnrunzeln zurück. Na ja, dafür gibt es zum Abschluß mit „Light To Dark“ noch ein etwas flippiges, grooviges Hard Rock Stück mit eingängigen Refrain. Caroline Breitler & Band, so heißt es hier offiziell, legen wirklich Wert auf den gepflegten Rock Schweizer Art und gesanglich, musikalisch ist alles fein.

Schade, dass man in den balladesken Momenten nicht zwingender auftritt und mit „Dad“ einen Ausfall in der Songliste hat. Ansonsten ist „Roots“ eine rundum gelungene Angelegenheit, auch wenn die modernen Züge mancher Parts dem klassischen Hard Rock Fan eventuell komisch vorkommen mögen. 

Note: 7.5 von 10 Punkten
Autor: Erich Robbers


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