DIRKSCHNEIDER

Wuppertal, Historische Stadthalle, 10.09.2026

Direkt vor der Parkausfahrt traf ich Sängerin Jeanette Scherff von Dawn Of Destiny, die wie ich spontan eine Karte geschenkt bekommen hat. Gemeinsam mit ihrer Freundin betraten wir dann die wirklich schön aussehende Location, die ich mal vor vielen Jahren besuchte, die aber in diesem Konzertlicht noch imposanter wirkte. Es ist sogar eine Orgel installiert, die jedoch bei dem brachialen Teutonic Metal von Altmeister Udo nicht zum Einsatz kam. Beim Soundcheck hallten die Drums ganz schön, was sich über die ersten Songs insgesamt wiederholte.

Dirkschneider - live1 - 2026Um 19:55 Uhr ertönte „Number Of The Beast" lauthals aus den Boxen, bis es pünktlich um 20 Uhr losging. Meinen alten Redaktionskollegen Tissy, mit dem ich in den Neunzigern beim Headbangers Ball arbeitete, sah ich auch kurz. Er ist wohl schon seit Jahren Booking-Agent für Udo Dirkschneider. Nun aber zurück zur Show, denn nach „Number Of The Beast" ertönte das legendäre „Heidi, Heido, Heida“-Intro, gefolgt vom untrennbaren „Fast As A Shark", das sich auch als T-Shirt-Motiv ziemlicher Beliebtheit in der Halle erfreute. Direkt beim zweiten Song fiel dann mal der gesamte Frontsound aus, während die Musiker unbeirrt weiterspielten, da sie ja ihren Sound über In-Ear-Monitoring empfingen. Da man das Schlagzeug hörte, konnten zumindest jegliche Spekulationen über Playbacks ausgeräumt werden. Ein kleiner Block aus Accept-Klassikern, um dann endlich die 40 Jahre „Balls To The Wall" zu zelebrieren. Habe ich auch schon auf dem diesjährigen Rock Hard Festival gesehen, aber ist auch beim zweiten Mal noch sehr schön. Die junge Truppe um Udo wurde mit klassischen Soli von Fabian Dee Dammers umschmeichelt, damit die Klassiker auch so klingen, wie Accept-Gitarrist Wolf Hoffmann sie gespielt hätte.

Dirkschneider - live2 - 2026Der Lieblingssong von Udos kleinerem Bruder Peter, „Losing More Than You've Ever Had", sollte wohl auch von ihm begleitet werden, er aber lag mit drei gebrochenen Rippen zu Hause. Zum Schlusssong des Albums, das komplett gespielt wurde, „Winter Dreams", kam dann auch Gaststar Doro auf die Bühne und sang mit, nachdem der Roadie das Mikro anschaltete. Gibt man ja eigentlich auch aktiv auf die Bühne. Die Fans waren jedenfalls außer sich und schon einige standen mit Doro-Shirts und Backpatches bereit. Als weiteres Duett folgte eine erst akustische Version von „Breaking The Law", die in die metallische Version überging. Zugaben wurden natürlich lauthals gefordert und so durften „Princess Of The Dawn", bei dem wirklich mal die ganze Halle mitsang, und „Up To The Limit" nicht fehlen. Mit „Burning" schmiss Dirkschneider dann alle raus und gab nochmal alles. Selbst Doro hielt es nicht im Backstage und sie stürmte nochmals die Bühne, um zumindest den Refrain mitzusingen, während bereits vorher ein Teil des gemeinen Volkes zum Ausgang trottete, um sich schon auf die Verknechtung des nächsten Arbeitstages vorzubereiten. Um 22:55 Uhr war es dann vorbei und es war ziemlich laut, sodass ich mich fragte, wie dieses antike Gebäude dies aushielt. Doch tatsächlich stand Udo mit Accept 1983 erstmals auf genau dieser Bühne. Kult!



Autor: David Ivanov - Pics: David Ivanov