Mal wieder eine schöne Underground-Veranstaltung, die überraschenderweise pünktlich um 19:30 Uhr losging. Am Folgetag fand dort das Ragers Elite Festival XII statt, zu dem ich erst wollte, aber anschließend doch anders verplant war. Dann wenigstens Death Metal am Freitag. Das Festival findet in dem größeren Raum statt, der heute als Backstage genutzt wurde. Die kleine Venue lässt mich ein wenig in Erinnerungen an unser altes Dortmunder FZW schwelgen, in dem früher alles, was heute Rang und Namen hat, spielte. Dementsprechend waren auch nur schätzungsweise 60 Leute da.
Menerra aus Soest waren die einzige Combo mit eigenen Songs. Textlich war es jetzt nicht immer verständlich, aber man brachte eine eigene Fanbase mit, und die Soester Fahne wurde sogar geschwenkt. Dazu klassische Plattitüden wie „Death And Damnation" oder das coole „Blutbad", bei dem auch mal der Basser den Refrain (bestehend aus dem Wort „Blutbad" und einem Growl) zum Besten gab. Die Fans waren deutlich ausgelassen, und das erste Circle Pit ging los, während der Fahnenträger die Soester Fahne als hervorragenden Windfächer in der stickigen Atmosphäre wie ein Saunameister nach dem Aufguss schwingen ließ. Passend zur derzeitigen politischen Lage beendete die Band das Set mit „War" mit Bandvorstellung und einem Bass-Solo mittendrin. Es waren auch viele junge Leute anwesend, die wahrscheinlich nicht in den Genuss der Originalbands gekommen sind, die heute Abend zelebriert wurden. Nach der Show hing der Sänger in einem Black-Sabbath-Bademantel am Merch rum.
Rotten Remains kamen etwas später als angekündigt und hatten eine Bassistin. Die Niederländer boten eine Death Metal-Jukebox und spielten getreu ihrem Motto „A Blast From The Past“ und der aufgeblasenen Diskokugel über der Stage Klassiker des Genres. Darunter Death, Hypocrisy, Sepultura, Incubus oder Massacres „From Beyond". Der Sänger machte seine Sache sehr gut, musste aber zwischendurch die Brille rauskramen, um die Setliste zu entziffern. Auch ein in die Jahre gekommener Gitarrist brillierte mit genialer Soloarbeit. Um 21:50 Uhr war es dann vorbei, nachdem nach „Slowly We Rot" (Obituary) noch eine Zugabe mit Celtic Frosts „Circle Of The Tyrants" geliefert wurde, die frenetisch abgefeiert wurde. Sie spielten geile alte Schätze, die auch gut gespielt waren.
Erst gegen 22:25 Uhr ging es dann los mit den Oldenburgern For Victory, die ja schon von Freunden und deren Support Acts einige Vorschusslorbeeren bei mir ernteten. Super Interpretation der Bolt-Thrower-Klassiker und auf jeden Fall ein Partygarant, wenngleich man leichte Schwächen wie bei Rotten Remains bei den echt harten und auch schwer zu spielenden Doublebassparts mal hier und da entlarven konnte. Die beiden ersten Songs gingen leider in einem brummenden Sound unter, der aber glücklicherweise hinterher wieder reguliert wurde und der Sound war ohnehin sehr cool in dieser kleinen Location. Das fällt jedem 90er-Jahre-Bootlegger sofort auf. Ich hatte speziell nach dem Headliner auch ein leichtes Pfeifen auf den Ohren. Lautstärke gab es also auch genug, sonst macht es ja keinen Spaß. Über Songs wie „Cenotaph" oder „Mercenary" gab es einen guten Querschnitt aus den Alben und besonders der Basser brillierte mit Grimassen und ausgelassenen Moves, während auch der Frontmann wusste, wie er die Zuschauer zum Mitmachen und Moshen animieren sollte. Die Combos spielten das Ganze in einer Spielzeit, die die Originale selten angeboten haben. Respekt! Und kam ja auch super bei den Leuten an. Aber nicht umsonst hat es eine Band wie For Victory auch auf Bühnen von Festivals wie Party.San geschafft.











































