Die erste Band aus Koblenz dieses spannenden Black Metal-Abends ist erstmal ausgefallen, so ging es dann auch erst bequem gegen 20:30 Uhr mit Sadistic Goatmessiah los. Keine Ahnung, was mich so richtig live erwarten sollte, denn die erste Band sagte mir gar nichts, gefiel mir aber direkt großartig. Die hübsche Bassfrau Goatess Of Fire (Mandy Malon vom Rock Hard Magazin) legte ein gutes Tempo hin und Sänger Morbid Goatpriest Of Lust, Filth and Mayhem, den man hinterher am Stand wohl schlicht Andi nannte, sank öfter mal das Stativ ein, aber der Roadie reagierte prompt. Bei deutschen Ansagen und späterer Nachfrage beim Kauf ihrer LP stellte sich heraus, dass die Band lokal aus Essen stammt. Eine gute Stunde später wurde ich nämlich von zehn geilen, rotzigen Songs beglückt, die schon auch sehr punklastig waren, aber eher als wenn Impaled Nazarene, Celtic Frost vergewaltigen würden. Als Zugabe gab es dann auch noch eine härtere Version von „Sign Of The Hammer" von Manowar, bei dem natürlich alle mitmachten und auch brav die Hände in der Luft zum typischen Manowar-Hammer hoben. Hoffentlich wird das hier nicht falsch interpretiert. Manowar-Fans wissen, was ich meine. Während ich für dieses Wochenende tatsächlich in Erwägung zog, zum Bosphorus Open Air zu fliegen, sind zwei Türken für diesen Gig nach Deutschland gekommen. Maniacs. Aber Sadistic Goatmessiah haben tatsächlich auch gegroovt und bei den Headlinern und ihnen haben auch mal ein paar nette Frauenärsche gewackelt. Natürlich witzig, dass der Sänger nervös war, dass seine Eltern da waren, die auch extra improvisierte Sitzplätze bekamen.
Nach einer ziemlich langen Umbaupause ging es dann gegen 22 Uhr endlich los mit Eurynomos. Ein düsteres Intro stimmte zu dem extra langen Set von 80 Minuten ein. Das ist viel für thrashigen Black Metal, denn es ist schon ein sportlicher Akt für den Schlagzeuger, speziell in den Blastbeat-Teilen. Aber auch der Gitarrist, der noch eine weitere Band namens Mega Therion hat, überzeugte, mit genialem Spiel und solider Soloarbeit. Es war aber auch für ein kurzes Drumsolo Platz. Sänger Okkulto schwang das Bandbanner und kam erst mit Lederjacke und Sonnenbrille auf die Bühne. Aber auch ihm wurde es mit der Zeit deutlich zu warm. Der erste Song der Band überhaupt, „Witchryder", feuerte die Menge im letzten Drittel erneut an und das Set und die Performance waren keinesfalls langweilig, sondern die Zeit verging im Gegensatz wie im Flug. Durch das wilde Agieren von Olli flog dann auch zweimal das Mikrokabel aus der Buchse, aber da hat er immer schnell reagiert. Die Band um den ehemaligen Desaster-Frontmann nahm nochmal richtig Fahrt mit dem Rausschmeißer „From The Valleys Of Hades" auf. Dann noch Outro und es war vorbei. Einige hielten es für divenhaft, dass dann keine Zugabe war, aber ich finde, dass die Band ihren Job richtig gut an diesem Abend machte, ein tolles Set spielte und echt faire Merchpreise bot. Außerdem hat man ja die Spielzeit zuvor angesagt. Mir haben auch zwei Bands für den Abend gereicht. Zudem hat man mit dem Opener eine richtig gute Vorband mit lokalen Fans gewählt. Eine echt geile Veranstaltung vom Sonitus Inventöres HMFC in Essen. Gerne weiter so. Übrigens kannte mich Gitarrist Aethon auch noch vom Goreminister-Kanal. Wer das so alles guckt…
EURYNOMOS, SADISTIC GOATMESSIAH
Essen, Don´t Panic, 19.09.2026
Autor: David Ivanov - Pics: David Ivanov











































