BIRTH CONTROL - LIVE

| Label: | CBS |
| Jahr: | 1974 |
| Running Time: | 69:23 |
| Kategorie: |
Classics |
Birth Control sind ein Phänomen! Sie gehören zu den ältesten und bekanntesten deutschen Krautrock-Bands, sind aber außerhalb unserer Landesgrenzen kaum jemandem ein Begriff. Gegründet 1969, haben sie bis 1982 regelmäßig Alben veröffentlicht (zwölfmal Studio; zweimal Live). Seit 1995 gab es nur noch sechs Alben auf CD. Live sind sie aber immer unterwegs gewesen. Aus den Siebzigern sind heute noch zwei Leute dabei, von der Urbesetzung niemand mehr. Das erste Live-Album – schlicht „Live“ betitelt – erschien 1974. Zuvor gab es vier Studiowerke von ihnen. Das Live-Opus enthält nur fünf Tracks, ist aber eine monströse Doppel-LP geworden. Den Anfang macht „The Work Is Done“, das etwas schneller gespielt ist als die Albumversion. Es hat einen relaxten Groove, bei dem man direkt mitgeht. Im Mittelpart driftet die Band dann ab: Eine coole progressive Snare-Figur betont synchron Gitarre und Hammond, und dies beängstigend tight. Danach wird das Tempo gemäßigt. Ein Saxofon-Solo ertönt, und auch ein kurzes Schlagzeug-Solo ertönt, und es gibt sogar Blastbeats. Beeindruckend ist vor allem, dass Drummer Bernd Noske für den Hauptgesang zuständig ist. Hier wird ganz viel improvisiert und gejammt. Dennoch findet man immer wieder zum Hauptthema zurück. Manchmal kommen sie auch etwas bluesig rüber, was auf den Studio-Alben jedoch nicht so ist.
„Back From Hell“ auf der B-Seite beginnt wieder mit einer Snare-Figur und geht dann schleppend weiter. Auch schöne Gitarrenmelodien gibt es. Es kommt ein verträumtes Feeling auf. Ein bisschen fühle ich mich dabei an Uriah Heep erinnert. Aber auch hier sind Blues-Roots zu erkennen. Auch hier gibt es natürlich ein Schlagzeug-Solo in der Mitte, damit Herr Noske seine Stimmbänder ein bisschen schonen kann. Die C-Seite enthält den Hit „Gamma Ray“, der ja schon im Original ziemlich lang ist. Die D-Seite enthält als einzige zwei Tracks, unter anderem der Rock ´n´ Roll-Klassiker „Long Tall Sally“, der etwas deplaziert wirkt, aber durch zusätzliche Jam-Einlagen noch etwas aufgewertet wird. Geil ist, dass die einzelnen Songs immer weiter wachsen. Hier kommt eine Spielfreude auf, die den Hörer mitreißt und sofort zum Mitwippen animiert, was vor allem an den stets präsenten Gitarren-Hammond-Duellen liegt, die immer wieder das Geschehen bestimmen. Das Zusammenspiel ist sehr präzise. Es gibt viele unvorhersehbare Spielereien, und die Mischung der verschiedenen Stile ist einzigartig. Dennoch ist man – auch als Nichtmusiker - hier nicht zwingend überfordert. Man sollte jedoch Musikliebhaber sein, um sich das hier zu geben. Wer sich eine Mischung aus Deep Purple, Uriah Heep, Blues und Hippie Rock vorstellen kann, sollte in den nächsten Second Hand-Laden gehen und sich dieses Teil besorgen!
Tracklist:
Seite 1:
The Work Is Done (16:51)
Seite 2:
Back From Hell (15:39)
Seite 3:
Gamma Ray (20:47)
Seite 4:
She´s Got Nothing On You (5:41)
Long Tall Sally (Little Richard-Cover) (11:07)
Line-Up:
Bernd Noske (R.I.P. 2014!) – Drums, Percussion, Lead Vocals
Bruno Frenzel – Guitar, Percussion, Additional Vocals
Peter Föller – Bass. Percussion, Lead Vocals
Zeus B. Heid – Organ, Wurlitzer Piano, Percussion, Alt Saxophone (Track 1), Harmonica (Track 5), Backing Vocals
Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller











































