DANNER - THOUGHTFORMS IN A FRACTURED WORLD


Label:NEWSTYLE
Jahr:2026
Running Time:39:28
Kategorie: Neuerscheinung
 

Endlich ist es fertig geworden, Album Nummer Drei der Aschaffenburger Band Danner, um Gitarrist, Songwriter und Namensgeber Chris Danner, seiner langjährigen Mitstreiter Didi Beck (ultrafetter Bass), Manu Stein (Drums), sowie den neuen Sidekicks Michael Heß (Gitarre), Susa Niemann (Backing Vocals) und vor allem dem neuen Sänger Peter Seidel. Ohne den vorhergehenden Vokalisten zu nahe treten zu wollen, ist es nicht zuletzt Peter zu verdanken, dass „Thoughtforms In A Fractured World“, so der Titel des neuen Releases, zum bislang besten Werk von Danner geworden ist. Denn dessen Stimme passt einfach hervorragend zu den mitunter stark progressiven neuen zehn Songs, recht klar und hoch, aber mit den idealen Zutaten aus partiell rau und rockig.

Trotz musikalisch moderner Ausrichtung, in der Anfangszeit hat Chris Danner den Stil der Gruppe mal als Progressiv Nu-Metal beschrieben, sind auf „Thoughtforms In A Fractured World“ viele Elemente des klassischen Progressive-Metals präsent, die mehr als einmal an einschlägige Acts wie Vanden Plas oder Lanfear erinnern. Durch ein mystisches Intro und einen Speaker aus dem Background wird das Opus mit „Spread Your Wings“ eröffnet.  Die sofort auffällig tiefer gestimmten Gitarren bringen den modernen Touch rein und Peter Seidel glänzt von Beginn an mit hoher Melodik in der Stimme und die Überleitung zum harmonischen Refrain sitzt perfekt. Eine leicht melancholische Grundstimmung darf attestiert werden und mit kurzem, deutschen Sprachtext zwischendurch, sowie den genannten Progressive-Metal-Vibes erhält der Track ebenso enormen Anspruch.

Stakkato-Rhythmen und zunächst ruhiger, langsamer Gesang begleiten „Dreams“, das ebenso mit hohem Melodie-Anteil verwöhnt und nach starkem Klampfensolo am Ende ausfaded. Heftiger wird es danach mit „You Could Fly“. Kratzige Bass-Spuren zunächst und ein tiefer gestimmtes Riff leiten langsam aufbauend zum intensiven Chorus über. Hier wird der angesprochene Vergleich zu Bands wie Vanden Plas oder Lanfear deutlich, einen Tacken moderner interpretiert. „Break These Chains“ darf mit ruhigem Six-String-Start einführen, bevor harte Beats übernehmen. Der gemäßigte Gesang von Peter klingt angenehm düster hoch und der Refrain beeindruckt. Tolles Axt-Solo, wuchtige Drums und sphärische Melodien gibt’s obendrein. Ebenso sphärisch mit mehrstimmigen Vocals, der harmonisch düster auftritt, lässt „Now We Burn“ klassischen Midtempo-Progressive-Metal walten, dem ebenso ein ruhiger Zwischenpart spendiert wurde.

Flott, modern und mit eingängig einfachem Refrain punktet „Fake It“, genauso wie mit den fulminant treibenden Drums und dem teils theatralischen Gesang. Als Sahnehäubchen liefern Danner einen wuchtigen Zwischenpart und ein fabelhaft langsames Gitarrensolo. Verzerrt und mit beinahe schon Industrial-Vibes geht es weiter mit „Love“, das durchaus auch im Verlauf balladeske Züge genießt. Ein paar gesampelte Sounds und düstere Geräusche peppen das Ganze zusätzlich auf. Verspielt mit etwaigen Gothic-Nuancen und sphärischen Klang-Passagen läutet „The Final Call“ den Endspurt des Silberlings ein. Erneut überzeugt der düster angehauchte Gesang und der starke Refrain auf voller Länge. Moderne Powerchords und ein im Gegensatz zum allgemeinen Melodie-/Harmoniegefüge verzerrter, reichlich schräger Zwischenpart bilden die Quintessenz von „Mercy“, bevor der Abschlusstrack „Take You Home“ nochmals mit amtlichen Progressive-Metal-Anleihen und stark groovigen Rhythmen, aber auch sperrigen Harmonien nebst düsterem Backing-Sprecher überzeugt und somit das bislang stärkste Danner-Veröffentlichung beendet.

„Thoughtforms In A Fractured World“ – ein Albumtitel, der förmlich nach Progressive-Metal schreit und sich auch in Danner’s dritten Werk in all seinen Facetten widerspiegelt. Vom Sound noch eine große Schippe draufgelegt, können Danner endgültig in der Riege der etablierten, namhaften Kapellen des modernen Progressive-Metals mitspielen und mit dem hervorragenden Peter Seidel am Mikrofon soll es doch endlich mal mit einem stabilen Line Up klappen. Tolle Musiker, tolles Album… Aschaffenburg erstrahlt in musikalisch neuem Glanz, dank Chris Danner und seinen hervorragenden Mitmusikern.

Note: 9 von 10 Punkten
Autor: Erich Robbers


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