SEPULTURA - THE CLOUD OF UNKNOWING


Label:NUCLEAR BLAST
Jahr:2026
Running Time:16:29
Kategorie: Neuerscheinung
 

Eigentlich gehören die Brasilianer (und deren amerikanischer Sänger Derrick Green) zu den Urgesteinen des Metal. Sie haben vom Death Metal-haltigen Thrash über Nu-Metal bis hin zu groovigen Thrash schon einige Subgenres durch. Also sollte es eigentlich unnötig sein, die Jungs vorzustellen. Da mein Cheffe aber immer sagt „Es gibt ja auch junge Leser, die kennen vielleicht nicht jede Band und jeden Musiker“ gibt es hier einen kurzen Abriss. Sepultura wurden 1984 von den Brüdern Max und Igor Cavalera gegründet, kurz war Wagner Lamounier sogar der erste Schreihals mit Dienst am Mikrofon, Wagner sollte aber bald die Biege machen um die mächtigen Sarcŏfago zu gründen. Das führte dazu dass Max den Posten am Mikrofon übernahm und sich die nächsten elf Jahre in unsere Herzen brüllen sollte. Wenig später kam Andreas Kisser an Bord, der derzeit mit Paulo Xisto Pinto Jr. Die einzigen Mitglieder aus 80ern stellt.

Mit Alben wie „Morbid Visions“, „Schizophrenia“, „Beneath The Remains“, „Arise“ und „Chaos AD“ zementierte die Band ihren Status als wichtigste Metal Formation aus Brasilien. 1996 war es dann erstmal vorbei mit der Brachialromantik, ein etwas undurchsichtiger Streit und die Kündigung der Bandmanagerin Gloria Cavalera, Max Cavaleras Frau, führte dazu das Max die Band kurz nach veröffentlichung des bahnbrechenden „Roots“ Albums verließ und wenig später Soulfly gründete. Der aktuelle Sänger Derrick Green ist seit 1998 dabei und hat die nächste Phase der Truppe maßgeblich geprägt.2006 stieg dann Bruder Nummer zwei aus dem Team aus. Seit 2007 spielt er unter dem Bandnamen Cavalera Conspiracy wieder mit seinem Bruder Max. Mit Derrick Green in der Mannschaft und ohne Cavalera Brüder veränderte sich der Sound der Jungs und wurde hier und da melodischer. Mittlerweile ist von der Rohheit und ungebremsten Aggression alter Tage kaum noch etwas zu spüren, zu ausgeklügelt und fast schon berechnend kommen die Arrangements von „The Cloud Of Unknowing“ daher.

Versteht mich keinesfalls falsch, denn sowohl instrumental als auch stimmlich ballern die brasilianischen Berserker hier aus allen Rohren. Jeder Ton, jedes Riff und jede Double Bass trifft den Sweet Spot und doch vermisst man den akustischen Dreck unter den Fingernägeln und die wütende Naivität von früher hier und da. Das sogar so was wie eine Ballade auf der EP ist ist tatsächlich seltsam wie unnötig, klingt zwar ganz cool, passt aber so gar nicht zum Vibe. Da die Band ja vorhat, noch ein letztes Album mit vierzig (!!!) Tracks aufzunehmen, warte ich jetzt gespannt auf das, was noch kommt. Hatte ich erwähnt, dass ich dem ersten Europa-Auftritt von Soulfly damals auf dem Dynamo beiwohnen durfte? 

Note: Keine Wertung
Autor: Dennis Eikenkötter


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