T.A.P. - PARADIGMS II

| Label: | PROGROCK.COM´S ESSENTIALS |
| Jahr: | 2026 |
| Running Time: | 61:00 |
| Kategorie: |
Neuerscheinung |
Reine Instrumental-Alben können mitunter sehr anstrengend sein. „Paradigms II“ des kanadischen Studioprojekts T.A.P. ist so ein solches und ja, auch hier zieht sich die Kurzweil im Hörgenuss merklich zurück. Dabei wird sogar bei einem Song, „A Hole In The Ground“ gesungen (Gast: Steve Bonino). Allerdings sehr unspektakulär, so dass Vocals hier kaum ins Gewicht fallen. „Pradigms II“ ist logischerweise das zweite Werk nach „Paradigms“ (2023) und Mastermind Michael Jobborn hat neben seinen gängigen Mitmusikern Suzi James und Mark Cook mit Bill Bachman einen Drummer hinzugeholt, sowie einige weitere Gastmusiker. „Galaxy Unknown“ beginnt mit Orgel und Drums, sowie Gitarrenmelodien und Keyboards, wobei verspielte Six-String-Klänge und teils verworrene Melodien zunächst aufhorchen lassen. Doch bereits mit dem folgenden, über zwölf Minuten langen „A Beacon Of Light“ fängt das Anstrengende an. Ruhig und sphärisch startet es, E-Piano und schöne Melodien verzaubern und leichte Synthesizer sowie Twingitarren-Harmonien erfreuen.
Mit wabernden Keyboards und höherer Dynamik kommt man aber immer mehr session-mäßig rüber und es fordert den Hörer, auch weil es sich in die Länge zieht. So plätschern die instrumentalen Ideen durch die Veröffentlichung und Michael Jobborn ist versucht, mit einzelnen Soundspielereien für Abwechslung zu sorgen. So setzt er, wie erwähnt, bei „A Hole In The Ground“ erstmals und auch einmalig auf Gesang, wobei der Beitrag eher melancholisch, aber auch etwas langatmig rüberkommt. Beim rockig beginnenden „Outlooks Of The Closed-Minded“ wandeln ein wenig jazzige und spacige Klänge neben den harmonischen Keyboards umher. Elegisch und dramatische Züge verteilend pendelt „Lyrical Paradox“ zwischen Akustik-Gitarre, Piano und progressiven Elementen. Extrem sphärisch, gar cineastisch schwappt die „4th Dimensional Wave“ rüber und überrascht mit disharmonischen Parts.
Der Abschlußsong „Wishful Solitude“, ein weiterer Longtrack mit über elf Minuten, bietet neben E-Piano und verspielten Melodien auch Flöten-sowie Celli-Klänge. Alles sauber und kompetent gespielt, aber auch nicht wirklich aufsehenerregend. T.A.P. sind hauptsächlich Fans rein instrumentaler Musik mit progressiven Elementen ans Herz zu legen. Auf Länge zieht sich „Paradigms II“ zu sehr in selbige, ohne aber gänzlich zu langweilen. Die Spannung hält sich in Grenzen, den vielen schönen Melodien kann man aber immer etwas abgewinnen. Ambitionen sind definitiv vorhanden, an den Spannungsbögen kann man aber noch arbeiten.
Note: 7 von 10 Punkten
Autor: Erich Robbers











































