CREMATORY - LIVE INSURRECTION


Label:STEAMHAMMER / SPV
Jahr:2017
Running Time:76:54
Kategorie: Liverecording
 
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Die Gothic Death Metaller Crematory aus Baden-Württemberg sind schon seit 1991 aktiv und sind trotz mehrerer Besetzungswechsel in den letzten Jahren einfach nicht kaputt zu kriegen. Bis 2015 war das Line-Up ziemlich stabil. Seitdem sind drei neue Mitstreiter dabei. Dass Crematory dadurch aber keine längere Pause einlegen mussten und es immer noch drauf haben, beweist dieses neue Live-Album, das ihren kompletten Set des letztjährigen Bang Your Head!-Festivals enthält und die Wartezeit auf das nächste Album verkürzen soll. Nach „Live Revolution“ im Jahr 2005 gibt es nun also „Live Insurrection“. Siebzehn Tracks sind hier enthalten, die etwa jeweils zur Hälfte aus älteren Songs und Stücken des letzten Albums „Monument“ bestehen. Darunter befinden sich auch zwei Instrumentals als Zwischen-Intros. Bei letzterem stellt sich Sänger Felix Stach bei seiner Ansage gegen Religion und den von ihm derzeit häufig ausgehenden Terrorismus. Fans der ersten Stunde und der alten Alben dürften mit diesem Album vermutlich nichts anfangen können, denn der älteste Song hier ist „Tears Of Time“ vom dritten Album „Illusions“, welches 1995 erschien, als allerletzte Zugabe. Es ist schon auffällig, dass Crematory im Laufe der Jahre viel elektronischer geworden sind; Gothic im wahrsten Sinne des Wortes eben. Dabei sind Songs wie „Shadowmaker“ und „The Fallen“ tatsächlich so etwas wie tanzbar, andere Songs wie „Greed“ oder „Tick Tack“ sind dagegen modern und groovig. Das Zusammenspiel der Band in der kurzen Zeit ist erschreckend prägnant. Die Songs pumpen und drücken. Wer dachte, dass der Klargesang von Ex-Gitarrist Matthias Hechler unersetzlich ist, muss sich eines Besseren belehren lassen. Der Sound ist gut, weder überproduziert oder glattpoliert noch Bootleg-mäßig. Neben der CD ist auch noch eine DVD mit im Package, die das komplette Konzert und vier zusätzliche Videoclips enthält. Wer Crematory nach der Jahrtausendwende kennengelernt und mit der aktuellen Besetzung auf der letzten Tour gesehen hat, kommt an diesem schönen Dokument nicht vorbei.

Note: Keine Wertung
Autor: Daniel Müller


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